27 March 2013

51. Myanmar


Bangkok, 14. - 19. Januar 
Endlich, nach über einem Jahr Wartezeit geht es wieder los ! Ich freue mich sehr, den Sack zu packen und 2 asiatische Länder zu besuchen, die noch zu den ursprünglicheren gehören, nämlich nach 4 Jahren wiederum nach Myanmar und dann erstmals nach Nepal. Mein Bericht beginnt aber für einmal nicht im Taxi zum Flughafen sondern schon bei der Beantragung des Visums für Myanmar. Ich habe ja schon einiges erlebt, aber das Brennen einer CD nur für das Passfoto sowie das persönliche Einzahlen der Visagebühr in der Filiale einer chinesischen Bank in einem ganz anderen Stadtteil von Manila wertet dann der geneigte Autor dieses Berichtes schon eher als Schikane, um Touristen vom Besuch dieses spannenden Landes mit all seinen erheblichen Problemen abzuhalten. Bei mir hat das aber leider nicht funktioniert und so bin nach erfolgreicher Absolvierung sämtlicher Schikanen am 14. Januar auf dem Weg nach Bangkok.
In Bangkok lasse ich mir es erstmals wieder in einer richtigen 1. Welt Umgebung gutgehen, bevor ich mich nach 5 Tagen nach Yangoon aufmache.

Yangoon, 19. - 23. Januar

Es ist halt schon so, beim zweiten Mal ist der Zauber des Unbekannten weg. Die vielen anderen Ausländer, die offensichtlich auch in meinen Flieger wollen und die beim ersten Mal völlig gefehlt haben, machen das Ganze auch nicht besser.  Einen Eindruck, wie sich das Ganze in 4 Jahren verändert hat, macht mir mein 2 Stern Hotel. War das Doppelzimmer damals noch für USD 30 zu haben, muss ich nun für das beengte Einzelzimmer sage und schreibe 80 USD berappen ! Übernachfrage nennt sich das in der Fachsprache (so glaube ich mich zu erinnern), Abzocke nennt sich das ohne Fachsprache ! Beim Schlendern durch die Stadt fällt mir sofort auf, dass der  Verkehr extrem zugenommen hat. Da irgendwann mal so ein Militärheini von einem Motorrad angefahren wurde, hat der doch tatsächlich alle Motorräder von den Strassen Yangoons verbannt ! So ist dies wohl die einzige Stadt in Asien, in der es gar keine Motorräder gibt !! Der romantische Schwarzmarkt zum Geldwechseln ist leider auch gewichen den ebenfalls aufstrebenden Banken, die nun landesweit zum gleichen Kurs wechseln.

Etwas dramatisches muss ich noch erwähnen: waren es bei meinem Besuch der faszinierenden Shwedagon Pagoda vor 4 Jahren noch 3-4 Touristen, die mir begegnet sind, so sind es heute gut und gerne 300 – 400 !! Die ganze intensive Romantik und die so tolle Stimmung von damals sind vollkommen verflogen und haben einer nüchternen Volksprozession Platz gemacht. Oh je !! Ah ja und was lern ich noch von einer nicht weiter genannten Burmesin: gibt es bei uns VIP, gibt es bei denen VUP (very useless police).

Pyay, 23. - 25. Januar
Nachdem ich dieses Mal irgendwie etwas schwer in meine Reisegänge komme, nehme ich nach 5 Tagen Aufenthalt in Yangoon den Bus ins 6 Stunden nördlich gelegene Pyay., das ich mir als Zwischenstop auf dem Weg nach Bagan ausgesucht habe. Ist es noch normal in solchen Ländern, dass die Busstation etwas rustikal ausschaut und sich in Yangoon über mehrere Blocks ungeterrten Boden hinzieht, ist es alles andere als normal, in was für einem Luxusgefährt von Bus ich reise: 3 komfortable Einzelsitze pro Reihe und das mit nur 10 Reihen !! Was für eine Veränderung in 4 Jahren und was für eine Reise durch das mit Reisfeldern gespickte Flachland von Myanmar ! Also ganz in meinem Sinne ! Wie so oft, wenn ich mich entscheide, in einer Stadt ausserhalb der Touristenmassen zu verbringen, so zahlt sich es auch dieses Mal wieder aus: offene und fröhliche Leute, die noch nicht allzu viele Ausländer in ihrem Leben gesehen haben; eine Bedienung, die noch nie in ihrem Leben eine Cola Büchse aufgemacht hat und Essen auf dem Markt mitten in all den Burmesen, wo ich für einmal die grosse Attraktion bin. So stell ich mir Reisen vor !! Und immer wieder bin ich begeistert von diesen offenen, ehrlichen und authentischen Menschen, die mich schon auf meiner ersten Reise so begeistert haben !

Bagan, 26. – 30. Januar

So nehme ich nach einem kurzen und schönen Aufenthalt in Pyay den Nachtzug nach Bagan, eine Fahrt von etwa 12 Stunden. Was auf dem Papier gut tönt, entpuppt sich schon nach 2 Minuten Fahrt als eine durchgehende Achterbahnfahrt, gemixt mit Sprüngen und Schüttelpartien. So ist es mir schon nach 100 Metern Fahrt nur noch knapp möglich aufzustehen und den Weg zurToilette zu nehmen. Die Kabinentür wird mithilfe der Schaffner notdürftig mit Draht verschlossen und so versuche ich von einem Sprung zum anderen etwas zu schlafen….

Bagan beeindruckt mich dieses Mal mehr als das letzte Mal, denn ich konzentriere mich in den 3 Tagen vor allem darauf, die Dimensionen dieser Landfläche mit den tausenden von Pagoden wahrzunehmen. So kurve ich mit dem Fahrrad auf Sandpisten durch die unzähligen Pagoden und lasse mich einfach treiben, vorbei an den unzähligen organisierten Tourgruppen, vor allem Kleingruppen älterer Semester aus Europa. Ich lasse mich auch in ein typisches myanmarisches Restaurant treiben, wo mir, wie den anderen Burmesen und mir als einzigem Touristen ein Mahl aufgetischt wird, das aus sage und schreibe 16 (am anderen Tag sogar 22) verschiedenen Schälchen besteht, wo Fisch, Huhn, Rind, Leber und unzählige Gemüse zu finden sind. Der absolute Hammer für USD 3.50 !!! Nach beiden Malen ist mir jeweils fast der Magen geplazt und die ersten Meter auf dem Fahhrad hatten es wirklich in sich.

Kalaw, 30. Januar - 2. Februar

Für meine nächste Etappe nehme ich wiederum den Bus, den ich auch vor 4 Jahren schon genommen habe. Waren es jedoch damals lange 11 Stunden auf jämmerlichen Strassen gedrängt in einem übervollen Kleinbus, so sind es jetzt 6.5 Stunden in einem bequemen Linienbus nach Kalaw, das weniger als 1 Stunde vor dem Inle Lake liegt. So ändern sich die Zeiten hier in Myanmar, nicht nur dass die Hotelpreise explodiert sind ! Die lästigen Strassenkontrollen von letztem Mal habe ich noch nie erlebt, hoffentlich bleibt das so. Nur ein Ausländer, der teilweise mit dem Fahhrad unterwegs ist, hat mir von Schikanen der Polizei und von stundenlangen Verfolgungen berichtet !

Auch in Kalaw dasselbe Bild: es wimmelt von Touristen, nur gibt es hier einen kleinen Unterschied: alle sind eingemummt in Pullover und Jacken, denn es ist erstmals ziemlich kalt hier ! Und ich leide !!!! Wie wird das auch in Nepal werden ??? Nach einem Tag des Schlenderns durchs Städtchen nehm ich dann an einer 2 tägigen Wanderung zum Inle Lake teil. Mitten durch die Reisfelder und Dörfer von 4 verschiedenen Minderheiten wandern wir zum Inle Lake, unser lokaler Guide sowie ein junges chinesisches Pärchen (wow, ganz alleine ohne Tourgruppe !!) und ich. Übernachten tun wir in einem dieser traditionellen Dörfer, wo es nach Einbruch der Dunkelheit absolut finster ist, ausser in den beiden Häusern, wo Touristen untergebracht sind, flackert Solarstrom. Trotz dieses extrem einfachen Lebens wiederum das Bild, das ich immer von Myanmar haben werde: absolut ehrliche, offene, ausgeglichene, neugierige und fröhliche Menschen, die mich überall freundlich empfangen. Dank 4 dicken Wolldecken ist die Nacht angenehm und so wandern wir am anderen Tag nochmals 4-5 Stunden, bis wir den See erreichen. Von dort geht es per Boot weiter zum Ort, wo die Touristen untergebracht sind.

Inle Lake, 2. – 7. Februar
Während der stimmungsvollen Fahrt auf dem seichten und sehr romantischen See werden wir langsam wieder vom beginnenden Massentourismus eingefangen: unzählige Boote mit schicken und adretten Pauschaltouristen fräsen an uns vorbei, immer in Eile und darauf bedacht, den strammen Zeitplan einzuhalten, um dann nach 2 oder 3 Wochen pünktlich wieder im Büro zu stehen. Selig sind die Gemächlichen, die sich glücklich schätzen, Zeit als ihr eigenes Luxusgut zu besitzen !!
Die Eigner des Gästehauses kennen mich noch vom letzten Mal und begrüssen mich freudig und mit einer gesalzenen Rechnung: der Zimmerpreis hat sich in 4 Jahren glatt verdreifacht !!

In den nächsten Tagen geniesse ich das Leben der Leute am, auf und vom See und wie letztes Mal Erdbeeren im Überfluss: als Juice, Lassi, Pancake oder einfach so: köstlich ! Dazu frischen Fisch aus dem See. Reiseherz, was willst du mehr ?

Hsi Paw, 8. – 12. Februar
Die nächste Etappe ist wieder etwas für härter Gesottene: im Nachtbus geht es weiter nach Hsi Paw, einer Fahrt von 15 Stunden im vollen Reisebus und mich als einzigem Ausländer und der grauenhaften Ankunftszeit von 0430 am Morgen ! Meiner Bitte um ein paar Stunden Schlaf im ersten Kaffeehaus wird leider nicht entsprochen und so hocke ich halt im Kalten, warm eingepackt mit allem was ich habe, schreibe diesen Bericht, höre aufmunternde Musik und warte, bis mich wenigstens der wiederum sonnig zu werdende Tag und Charles vom Guesthouse etwas wärmer und freundlicher empfangen werden.

Hsi Paw ist immer noch das gleiche, etwas verschlafene Dorf in der Shan Provinz, das es schon letztes Mal war und es für mich darum, mit den umliegenden Dörfern von  Minderheiten, besonders angenehm als Besuchsort macht. Um es auch wieder zu erwähnen: Vor 4 Jahren war ich der einzige Gast einer Wanderung zusammen mit dem Besitzer. Heute sind 14 Guides angestellt, die jeden Tag voll ausgebucht sind. Das nennt man sprunghaftes Wachstum !! Da mir es stinkt, mit anderen Touristen zusammen unterwegs zu sein, die noch nie einen Wasserbüffel oder ein Reisfeld von nahem gesehen haben und auf alles, was sich bewegt oder sich anstellt, zu bewegen, zu schiessen (mit der tollen Digitalkamera), schamlos. gnadenlos und gewissenlos auf alte Menschen und Kinder zielen und so diese armen Leute reduzieren auf simple Objekte in der digitalen Welt, so mache ich mich lieber zusammen mit Charles oder alleine durch die Umgebung, vorbei durch Dörfer und Felder, überall auch vorbei an mausarmen, jedoch sehr fröhlichen und offenen Menschen, wo einem die Kinder schon von weitem erspähen und ein Mingalaba (Hallo) zurufen !

Mandalay, 12. - 15. Februar

So ist nach 4 Tagen die Herrlichkeit hier in Hsi Paw auch wieder beendet und per shared taxi auf dem front seat geht es wieder zurück in die Ebene, will auch heissen, zurück in die Hitze, nach Mandalay in mein natürlich vorreserviertes Hotel, das wahrscheinlich auch das einzige Hotel in Myanmar ist, dessen Wert dem bezahlten Preis entspricht. Ich geniesse meine beiden letzten Tage hier in Myanmar und streife durch die Stadt, geniesse die Betriebsamkeit auf dem Markt und am Fluss Irrawady, lass mich (natürlich) kulinarisch verwöhnen und habe einfach Freude, mit solchen authentischen und echten Leuten zusammen zu sein. Also wirklich ein echtes Alternativprogramm zu den Philippinen.....
Der letzte Eindruck eines Landes ist ja immer dessen Flughafen, der hier besonders skuril ist: Nach einer Fahrt auf einer neuen menschenleeren Autobahn durch Reisefelder taucht plötzlich wie aus dem Nichts ein riesiges Flughafengebäude auf, brandneu und mit 8 wunderschönen Fingerdocks. Innen schlägts dann zu. In riesigen Hallen gähnende Leere. Der einzige Flug, der eingecheckt wird, ist unser Air Asia Flug. Sonst: Totenstille. Neben unserem Flugzeug stehen noch 2 weitere kleine Flugzeuge rum, alle zu klein, um den Fingerdock zu benutzen. Alles in allem eine Mischung aus totaler Geldverschwendung und Grössenwahn !!!


Shwedagon Pagoda in Yangoon
   
Shwedagon Pagoda in Yangoon bei Nacht
                                                                                                     
Häuserfassadde in Yangoon
Der Buddha und ich in Pyay
 
 
Tempelanlage in Pyay

Kinder in Pyay




Die Tempellandschaft in Bagan


Die wunderschöne Shwezigon Pagoda in Bagan


thailändische Mönche zu Beasuch in Bagan



Wow was für ein Mittagessen in Bagan !
 
burmesische Frauen in einer Pagoda
 
Buddha in einem Tempel in Bagan
  

Buddha in einem Tempel in Bagan



zu Fuss unterwegs zum Inle Lake
 
Bäuerin unterwegs zu ihrem Feld



neugierige Kinder an unserem Ratplatz auf dem Wreg zum Inle Lake
neugierige Kinder an unserem Ratplatz auf dem Wreg zum Inle Lake
 
unser Guide auf dem Trek zum Inle Lake
 
Relaxen nach dem Trek auf dem Inle Lake

Dorf am Inle Lake

mein Restaurant auf dem Inle Lake

Impressionen am Inle Lake

was ist hier windschief ?


ja hier fährt noch ein Zug.....














31 December 2012

50. Mein Jahresende




Das Ende meines Jahres war wie in anderen Jahren auch: Ich verbrachte einen Monat in Sabang Beach auf der Nachbarinsel Mindoro direkt am Meer, erfreute mich an spannender Lektüre (wie Marx und Lenin....) und traf meine Kollegen wieder. Danach verbringe ich wieder einmal das Jahresende in den Philippinen, genauer gesagt in Cebu, da meine nächste Reise erst Mitte Januar 2013 losgehen wird.

Eines ist aber dieses Jahr anders als sonst: Ich feiere das 5 jährige Jubiläum meiner arbeitsfreien Existenz aber auch 5 Jahre, die ich mittlerweilen schon in den Philippinen wohne.

WOW !!

Ich kann es noch immer nicht glauben. Gerade weil ich einen Kollegen habe, der auf dem gleichen Weg ist und jetzt grad seinen letzten Arbeitstag hatte, habe ich mich wieder selber an den Moment erinnert, als ich mich am 27. April 2007 zum letzten Mal aus meinem Bürostuhl erhoben und das Büro und die ganze kommerzielle Theaterbühne hinter mir gelassen habe. Ebenso habe ich ich mich auch daran erinnert, wie am 21. September 2007 der Flieger mich auf die Philippinen gebracht hat.

Seitdem ist natürlich viel passiert wie beispielweise: ich habe eine asiatische Kultur in ganz unterschiedlichen Facetten sehr gut kennengelernt; habe weitere asiatische (aber auch lateinamerikanische) Kulturen und Länder besucht; bin von einem Agnostiker noch stärker zum Atheisten geworden; habe die Hälfte des Pazifiks gesegelt; mein Finanzvermögen sicher durch alle Stürme gebracht; bewege mich in Manila täglich durch Menschen, deren einziger Familienbesitz ein Karton ist, auf dem alle schlafen; habe den ganzen Jakobsweg von der Schweiz bis nach Santiago de Compostela absolviert; hatte in den Philippinen keinen einzigen nebligen und kalten Tag; habe spannende Menschen aller Couleur kennengelernt; bin noch kein Alkoholiker und habe trotzdem einige Kilos zugelegt......

Und was würde wohl für mich im Rückblick persönlich in Erinnerung bleiben an 5 weitere Arbeitsjahre ????

_ _ _

Nich erwähnen muss ich ja, dass es mir wirklich sehr gut gefällt in meinem neuen Leben und ich keinen Tag bereue, diese Entscheidung getroffen zu haben, in die Philippinen auszuwandern, auch wenn grad wieder 2 Tage das Kabelfernsehen nicht funktionierte, zwischendurch der Strom ausfällt, in allen Restaurants und Kaffees die Musik dröhnt, an einem anderen Ort alles besser wäre, das Essen nicht immer so ist, wie ich es gerne hätte und so weiter .......

So freue ich mich auf die nächsten 5 Jahre in meinem neuen Leben, auch wenn dieses Jahr das traurige Fallbeil auf mich runtersaust, das mir die 5 auf den Rücken stempelt. Doch nächste Woche schon geht es wieder einen Monat nach Myanmar und dann einen Monat nach Nepal, auf das ich mich besonders freue, auch wenn ich vermutlich vor dem Hinflug in Bangkok mir noch lange Unterhosen besorgen muss.... Danach soll dann endlich mein Buchprojekt konkretere Formen annehmen....Und im Sommer.......

So dann geniess die untenstehenden Fotos von meinem letzten Besuch in Sabang (sorry ich weiss immer noch nicht wie man in dieser neuen Google Version die Fotos formatiert) und ich melde mich wieder so gegen Ende März mit einem Bericht von Myanmar und Nepal.


Eine schöne Zeit und bis dann !!!

Markus




 
 


25 September 2012

49. Joe Bonamassa in Manila



Nachdem ich mich nach meinem Schweizer Besuch erstaunlich schnell wieder in meine neue Heimat eingefunden habe und auch realisiert habe, dass hier tatsächlich meine neue Heimat ist, schlendere ich eines Tages an einem Laden vorbei mit dem Plakat eines bevorstehenden Konzertes von Joe Bonamassa (einer der besten Blues und Rock Gitarristen !!!). Ich denke schon, das wird irgendwo in Singapore oder so sein bis ich realisiere, das dieser Kerl tatsächlich in Manila live spielt ! In diesem Land von Karaoke Lovesongs und anderem künstlichen Geheul kommt nun tatsächlich Joe Bonamassa !!! Ich glaubs auch noch nicht als ich das Ticket in Händen halte. Erst vor dem Konzert realisiere ich das Unfassbare !!! Das Konzert ist dann nur noch eines: GEIL BIS ZUM LETZTEN TON !!!!! Hier ist ein Link eines Konzertes seiner jetzigen Tour:

http://www.youtube.com/watch?v=aZ07w5xQNWA


Also geniesst einer seiner Hits und ich bin sicher, ihr könnt mir etwas nachfühlen, wie ich mich mit Tränen in den Augen in dieser Halle in Manila unter einer kleinen, aber dafür umso frenetischeren Schar von Zuschauern fühlte !!!

































11 September 2012

48. Schweiz

Sorry die Fotos sind nicht gut positioniert, aber Google weiss halt besser wie man das macht als die Benutzer....und die behalten ihre Geheimnisse für sich...


So nun ist es nach 3 Jahren endlich wieder soweit: Ich verbringe diesen Sommer in meiner alten Heimat, der Schweiz, und werde viele meiner alten Freunde und meiner Familie wieder sehen. Doch wie häufig, wenn man sich auf etwas sehr freut kommt denn auch der Zweifel, ob denn auch alles so wie geplant und erwartet verlaufen wird. Natürlich wird es bei den meisten, die ich schon lange kenne, so sein wenn wir uns treffen, als ob wir uns erst gestern, und nicht vor 3 Jahren, das letzte Mal gesehen haben. Doch bei anderen ist das nicht so klar: so gibt es einen ehemaligen Arbeitskollegen von mir, der mich aufgrund einer fortschreitenden Demenz nicht mehr erkennt und in anderen Familien hat sich die Anzahl der Familienmitglieder vergrössert. Nicht fehlen darf leider auch ein guter Kollege von mir, den es durch einen burn out total aus der geplanten Lebensbahn geworfen hat aber auch andere Kollegen, die nach sehr langer Suche den Haushalt nun nicht mehr alleine führen müssen. Ebenso freue ich mich auf einen Kollegen, den ich seit etwa 20 Jahren nie mehr gesehen habe oder auch Familien, die ich vorher noch nie zu Gesicht bekommen habe. Gespannt steige ich daher am 15. Juli in Manila in den Flieger und lasse mich in die alte Heimat chauffieren. Besonders gespannt bin ich dabei natürlich, wie meine alte Heimat bei mir nach fast 5 Jahren im Ausland und 3 Jahren ohne Besuch auf mich wirkt.

Am Flughafen werde ich dann direkt von einem Kollegen abgeholt, der mich in mein Domizil während meinen 9 Wochen in der Schweiz fährt, nämlich eine klassische Studenten WG in Zürich Höngg.

Aus rein kultureller Sicht könnte ich diesen Urlaub aber bereits nach weniger als 2 Wochen wieder beenden, denn trotz aller objektiven Vorzüge, die sich hier mir bieten, sind mir einfach meine Freiheitsgrade, die ich in meinem neuen Leben habe, hier spürbar eingeschränkt. Das Highlight sind aber natürlich die über 30 Personen, die ich treffe und mit denen ich in aller Regel eine wirklich sehr gute Zeit habe ! Ich möchte mich hier bei allen nochmals herzlich bedanken für die schönen Mittagessen, Nachmittage oder Abende, die wir bei hauptsächlich bei Wein oder Chrüter Lutz miteinander verbringen durften. Ich freue mich echt schon wieder aufs nächste Mal...in 3 Jahren...

Neben diesem Highlight habe ich wiederum auch 5 schöne Bergtouren unternommen und habe alles sonstige gemacht, das ich in den nächsten 3 Jahren wieder vermissen werde (besonders gegessen und getrunken). Ich werde immer wieder gefragt, was ich denn so in den Philippinen kulinarisch vermisse. Um ehrlich zu sein kann ich es gut ohne Schweizer Essen aushalten, aber in diesen 9 Wochen habe ich ausschliesslich Sachen gegessen und getrunken, die ich sonst nicht habe. Die üppige Gewichtszunahme ist leider ein Resultat davon. Also zum Essen sind meine Favoriten beispielsweise das Fyraabig Brot vom Coop mit Margarine und Erdbeer Confiture, ein Chicoree Salat mit selbergemachter Salatsauce, eine gute Fruchtwähe mit Zwetschgen oder ein Stück Wurst und zum Trinken ausschliesslich Ramseier Most, Rivella rot, Rhazünser und Vollmilch, im Ausgang Chrüter Lutz. Bescheiden oder ? Nur teuer war das Zeugs im allgemeinen ja wirklich !!! Meine Kosten Highlights sind die folgenden (in CHF): 1 kg Kirschen für sage und schreibe 25.—, 6 einzelne Aprikosen aus Frankreich für happige 4.50, ein kurzes Reisehemd: 120.-, ein grosser Cappucino bei Starbucks: 7.20 (in den Philippinen 60 % weniger) !!! Die spinnen, die Schweizer !!!

So reise ich nach 9 Wochen Besuchstournee wieder zurück in meine neue Heimat, den Philippinen, und reise natürlich ab mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Zum einen freue ich mich wieder auf meine gewohnte Umgebung und an mein freies, selbstbestimmtes Leben, zum anderen nehme ich auch wieder Abschied von meiner alten Heimat und meinen alten Kollegen und Freunden, die ich bis auf ein paar Ausnahmen, die versprochen haben, mich in den Philippinen zu besuchen, erst in 3 Jahren wieder zu sehen kriege.

Meine nächsten Monate bis vor Weihnachten werde ich in den Philippinen verbringen. Zuerst muss ich das Problem mit dem Lärm ausserhalb meines Condos lösen, dann werde ich sicher wieder eine Zeit in Cebu und eines der nahegelegenen Resorts verbringen um dann im November wieder meinen Monat in Sabang Beach bei meinen neuen Kollegen zu wohnen. Ab Weihnachten ist dann wieder eine Auslandreise geplant, dessen Ziel im Moment aber noch nicht definiert ist. Es gibt da so 3 Ideen...

Ah ja meine ursprüngliche Idee, eine Fotocollage mit allen Personen zu machen, die ich in der Schweiz getroffen habe ist schlicht daran gescheitert, dass ich immer vergessen habe ein Foto zu machen. So beschränken sich die Bilder vorwiegend auf die schönen Schweizer Berge.

































 




1-2: Zürich einmal anders
3-10: In den Schweizer Bergen




14 June 2012

47. Philippinen - Bantayan Island


Nach meiner Rückkehr von meiner Reise nach Südostasien muss ich wie immer nach solch einer langen Zeit unterwegs zuerst wieder mal zu mir selbst finden. So verbringe ich denn schon bald einen ganzen Monat an meinem üblichen Ort in den Philippinen am Meer, wo ich meine vielen Kollegen besuche und auch mein 5 jähriges arbeitsfreies Jubiläum feiere (siehe Fotos). Wie schön, dass ich das nicht alleine machen muss, denn ein Kollege aus der Schweiz leistet mir Gesellschaft, so dass ich die echten Schweizer Käse, den Schwarzwälder Schinken sowie den feinen Rotwein auch nicht alleine geniessen muss. Mein Kollege ist das erste Mal in den Philippinen und verliebt sich auch prompt.....in dieses Land..... Nach seiner Abreise vertiefe ich mich wie immer in ein spannendes Buch (diesmal ein Lehrbuch zur Soziologie) und beginne ein neues Projekt ! So schreibe ich an meinem ersten Buch, einer Auswanderer Fibel, die gemäss Titel eine konkrete und strukturierte Vorgehensweise aus erster Hand zu einem gesicherten und erfüllten Leben ausserhalb des Bierglases bietet. So sind denn schnell fast 100 Seiten geschrieben, die als erster Entwurf über den Sommer zu einigen Kollegen zum Durchlesen gehen. Falls du Interesse daran hast, kannst du mich ja anschreiben, ich sende dir gerne eine erste Version. Ich werde dann diesen Herbst in meinem Blog ausführlicher darauf zu sprechen kommen.

Als ich zurück in Manila bin geniesse ich wieder mal einen schönen Sonnenuntergang direkt am Meer und nach wenigen Wochen zuhause geht es im Juni für fast 3 Wochen nach Cebu und erstmals in die nördlich gelegene Insel Bantayan, die mich nach Ankunft sofort in ihren Bann zieht. Schon die Ankunft mit dem Schiff ist paradiesisch, die Menschen sind freundlich, meine Unterkunft direkt am langen Sandstrand neben lokalen Fischern gut gelegen und das Essen selbst für asiatische Verhältnisse schon fast Spitzenklasse. Schön auch zu sehen, dass die leidige Spielerei gar nicht und das Züchten von aggressiven Kampfhähnen sowie Karaoke nur wenig verbreitet sind. Diejenigen von euch, die schon auf den Philippinen waren, wissen sicher, was ich damit meine..... So verbringe ich hier eine wunderschöne Zeit im echten Paradies, schlemme mit Venusmuscheln und Seetang, gegrilltem Tintenfisch und Garnelen, frischem rohen Fisch in Kokosnussmilch usw. bis mir fast der Magen platzt. Es ist auch eine gute Gelegenheit, in aller Ruhe mein Buchprojekt weiterzuführen und zu korrigieren. So nehme ich denn schon fast ein bisschen wehmütig Abschied und bin sicher, hierhin wieder zurückzukehren. So bleiben mir in Manila noch etwa 3 Wochen, bis ich meine nächste Reise starten werde und zwar werde ich wieder mal meiner alten Heimat Schweiz nach 3 Jahren einen Besuch abstatten. Ich freue mich echt auf diese Reise und auf den Besuch meiner vielen Freunde und Bekannten.

Mein nächster Blogeintrag wird dann spätestens Ende September hier zu finden sein, wo ich dann über diese Reise in die Schweiz berichten werde. Bis dann bleibt mir nur noch, den in Europa wohnenden Lesern meines Blogs einen schönen Sommer zu wünschen (das haben wir ja in den Philippinen eh das ganze Jahr hehe...) und ich freue mich, dich dann auch im September als Leser auf dieser Seite wieder willkommen zu heissen.




1-3: Sonnenuntergang in Manila
4-5: 5 jähriges Jubiläum
6-14: Bantayan Island