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28.12. Hsipaw
Heute ist mal ein echt fauler Tag. Nach dem Frühstück, das ich wie üblich als letzter aller Gäste einnehme, verbringe ich den Rest des Morgens gemütlich bei meinem Buch in einem fast zu bequemen Bambus-Liegestuhl. Nach dem obligaten Essen beim Chinesen habe ich das einzige, von einer Australierin geführte Kaffeehaus, besucht. Nachher gehts zum Verdauungsspaziergang wiederum durch idyllische Dörfer von Reisbauern und buddhistischen Klöstern vorbei sowie mitten durch die Reisfelder in den Abend hinhein.
29.12. Hsipaw
Wiederum ein kalter Morgen zum Aufstehen, dazu noch Nebel, da freut man sich auf die heisse Dusche. Doch nix wars, selbst nach der üblichen Wartezeit von 10 Minuten Wasserlaufenlassen nur ein sehr scheu wärmer als Raumtemperatur zur Leitung ausfliessendes Wässerchen. Nach einigem Überwinden und Stöhnen hat es dann aber doch noch zu einer Dusche gereicht. Nach dem Frühstück gehts per Langboot einen Nebenarm des Irrawaddy stromaufwärts und dann auf verschlungenen Wegen der Teakschmuggler zu einem buddhistischen Kloster, wo wir beim "chief monk" zum Tee eingeladen sind. Daraus hat sich ein lebendiges Gespräch entwickelt über das Mönchsleben, den Buddhismus in Myanmar sowie die Meditation als wichtigen Teil des Glaubens. Danach gings im Langboot gemütlich wieder zurück bis in ein Shan Dorf, wo wir unsere Nudelsuppe zu uns nahmen. Als weitere Kuriosität besuchen wir dort einen 86 jährigen Mann, der von der Hüfte aufwärts ausser der Gesichtshaut die gesamte Haut, sogar die Kopfhaut, einfarbig tätowiert hat. Dies hat offensichtlich früher im Kampf geholfen, dass das Messer des Gegners einem nicht tödlich verletzt hat. Andere Länder, andere Sitten...
30.12. Hsipaw - Mandalay
Mit dem "shared taxi" gehts nach wunderschönen Tagen in diesem abgelegenen Dorf in einer 5 stündigen Fahrt wieder zurück nach Mandalay. Wiederum sehr spannend ist für mich der Markt, wo ich mich am Nachmittag durch einige Köstlichkeiten esse, ohne dass ich eigentlich weiss, was ich da genau esse. Aber das ist auch nicht so wichtig, denn geschmeckt hat wirklich alles sehr gut und wie immer haben auch die lokalen Leute ihren Spass daran, auch wenn wir uns nur mit Händen und Füssen verständigen können.
Am Abend gehts durch die schon vertraut dunkle Nacht von Mandalay, wo man an jeder Strassenecke fast das Gefühl hat, dass einem ein Schiff entgegenkommt, weil die vielen Generatoren, die meist auf der Strasse stehen, derart laut brummen.
31.12. Mandalay - Bagan
Bei immer noch stockdunkler Nacht geht es per Fahrrad-Rikscha rund eine halbe Stunde durch die gespenstige Stadt vorbei bei einem Markt, der nur mir Kerzenlicht erleuchtet ist bis zur Schiffsanlegestelle, wo ich das Schnellboot stromabwärts nach Bagan besteige. Erste Überraschung: Das Boot ist voller Touristen ! Schon lange nicht mehr habe ich so viele Touristen an einem Ort gesehen. Glücklichweise lerne ich ein nettes Pärchen aus Rumänien und UK kennenen, die in Jakarta leben und mit denen ich mich dann die ganze Zeit unterhalte. Zweite Überraschung: 2 Minuten nach Ablegen des Schiffes ist dieses im dichten Nebel geradaus auf eine Insel zugefahren und auf eine Sandbank aufgelaufen. So warten wir danach rund eine halbe Stunde, bis der Nebel weg ist und es der Mannschaft wieder geheuer, weiterzufahren. Nach ziemlich öden 9 Stunden in immer gleich langweiliger Landschaft und inmitten dieser zum Teil etwas fragwürdigen Touristen sind wir dann in Bagan angekommen, wo wir beim Aussteigen von einer riesigen Schar Kinder umlagert werden, die hartnäckig Bonbons fordern. Tja zu was der Tourismus alles gut ist... Nach dem Nachtessen war ich dann allerdings so müde, dass ich trotz der Aufforderung meiner Freunde von Hsipaw, die ich hier auch wieder getroffen habe, um 9 Uhr bereits die Segel streichen muss und die angesagte Sylvesterfeier von Nyang U nun halt verpasse.
1.1. Bagan
Am Morgen erfahre ich, dass Sylvester hier ein Abend wie sonst war und es auch keine Feier gab. Ausser ein paar Flaschen Bier tote Hose. Wenigstens habe ich kein Kopfweh vom Myanmar Bier. Für 0.90 USD pro Tag miete ich mir ein indisches Fahrrad ohne Gangschaltung und Licht sowie mit sehr mässigen Bremsen und pedale die rund 20 km lange grosse Schleife auf Asphalt und Sandpisten, innerhalb derer sich die ca. 2000 kleinen und grossen Pagoden befinden. Mit der Zeit hat man dann mal diese Pagoden gesehen, die sich auch noch meist sehr ähnlich sind, äusserlich wie auch im Inneren. Spektakulär jedoch ist es, als ich auf eine der grösseren Pagoden steige und die ganze riesige Ebene mit all diesen unzähligen Pagoden sehe. Dieser Eindruck zählt für mich zu den beeindruckensten in ganz Asien und ist schon alleine eine Reise wert. Mit einer Unmenge von heissem chinesischen Tee habe ich es mir dann am späten Nachmittag mit meinem Buch auf der Dachterrasse des Hotels gemütlich gemacht und mich erholt von dieser gelinde gesagt etwas holprigeren und löchrigeren Strasse als in westlichen Gefilden dieser Welt.
2.1. Bagan
Der Morgen verläuft so richtig gemütlich auf der Dachterrasse des Hotels. Am Nachmittag gehts dann wiederum per Fahrrad in die Ebene von Bagan. Diesmal aber nicht der Strasse entlang, sondern mittendurch über Sandwege, die mit meinem indischen Veloesel nur knapp fahrbar sind. Dabei bin ich an Kuh- und Ziegenherden vorbeigekommen in einer Landschaft, die mich schon etwas an Afrika erinnert hat. Nur schade, wenn man keine Verpflegung und nichts zu trinken dabei hat und sich der Hunger hartnäckig meldet. So muss ich zu bald wieder die Zivilisation ansteuern und ein Restaurant suchen. Nach einem fantastischen burmesischen Mahl mit 8 verschiedenen Köstlichkeiten habe ich mich gesättigt auf meinen mittlerweilen schon treuen Begleiter geschwungen und eine Pagode angesteuert, die berühmt ist, weil man von dort oben einen schönen Sonnenuntergang geniesst und dabei die ganze Ebene von Bagan mit all diesen Pagoden sieht. Leider bin ich nicht der einzige, der diese Idee hat und so muss ich dann gegen 1700 die Pagode mit einer Unzahl von Reisegruppen teilen: Dabei sind natürlich die Italienerin, die lautstark ihren Massimo sucht sowie die Schweizer Mutter, die ihr Kind mit einer Vielzahl von Vorschriften übergiesst, dass auf dieser ach so gefährlichen Pagode in diesem ach so fremden Land auch ja nichts passiert. Nach dem nicht ganz so spektakulären wie von mir erwarteten Sonnenuntergang bin ich dann auf einer schnurgeraden langweiligen Strasse in die Dunkelheit und meinem wohlverdienten Nachtessen mit Avocadosalat, Suppe mit Garnele und Gemüse sowie zum Abschluss einem ausgezeichneten Daiquiri zugefahren. Dieser Daiquiri wird noch Schlagzeilen machen wie sich schon bald zeigen wird !
3.1. Bagan
Heute war ein sehr ruhiger Tag: Nach einem literarischen Morgen bin ich am frühen Nachmittag zur goldenen und wundervollen Shwezigon Pagode spaziert und habe diese besucht. Es ist wirlich beeindruckend, wenn man eine derart grosse, ganz in Gold gekleidete Pagode im Sonnenlicht strahlen sieht. Es vermittelt echt ein sehr spezielles spirituelles Gefühl. Das Spannende ist wohl, dass hier in Myanmar sowohl Buddhismus als auch Animismus koexistieren, so dass in dieser Pagode sämtliche dieser 37 "Nat", nämlich der Naturgötter, auch in ihren Originalen zu sehen sind. Danach wollte ich mir eigentlich nur noch einen kurzen Daiquiri gönnen, jedoch kam mein französischer Reisekollege Williams, den ich schon von Hsipaw her kenne, zu radeln und erkannte mich auf meinem fast zu bequemen Teakstuhl, mit dem ich fast auf der Strasse sass und so kam es, dass ich dann erst so gegen 7 und nach einigen weiteren Daiquiris zu Hause (für Nicht-Reisende im Hotel) war.
4.1. Bagan – Inle Lake
Morgens um 3 läutet leider bereits schon der Wecker, weil ich um 0330 bereit sein soll für eine sehr lange Busfahrt zum Inle Lake. Nach einiger Warterei gings dann endlich um 0435 mit einer vollen Busladung los, eigentlich noch einen für meine Körpergrösse knapp akzeptablen Sitz sowie einem kleinen burmesischen Jungen neben mir, so dass ich meine Beine bequem auf seiner Seite ausfalten kann. So weit so gut, aber eben nur bis zur Abfahrt: Schon die ersten Meter sind eine grauenhafte Fahrt über sehr enge und qualitativ überaus schlechte Strassen. Der Asphaltstreifen in der Mitte reicht in aller Regel nur für ein Fahrzeug, so dass der Fahrer bei jedem entgegenkommenden Fahrzeug praktisch auf 0 abbremsen und auf dem noch schlechteren abfallenden Dreckstreifen durchfahren muss. Und das unendliche Male. Viele Male war gar kein Asphalt vorhanden, sondern einfach nur eine stark ausgefahrene Sandpiste. Dazu kam noch, dass der Magen meines kleinen burmesischen Sitznachbarn für diese Bedingungen offensichtlich nicht geeignet war, denn schon bald nach der Abfahrt beugte er sich tief über sein Plastiksäcklein und ich spüre, wie sein ganzer Körper verdächtig stossweise Bewegungen macht. Auf jeden Fall war dann das Ganze nach unendlichen und wirlich strapaziösen 11 Stunden auf einer der schlechtesten Strassen, die ich je erlebt hatte, beendet und ein netter Pick-up brachte uns die letzten 11 km bis ans Ziel. Meiner heutigen Aufgabe, ein nettes Lokal zu finden für 2 sympathische deutsche Reisebgleiterinnen, die erst morgen am Inle Lake eintreffen werden, wo man ebenso gute Daiquiris geniesst wie in Bagan, war ich leider nicht mehr gewachsen. Nach einem kurzen Essen fiel ich um 8 todmüde in mein Bett.
Dass heute eigentlich der nationale Unabhängigkeitstag war hat man nicht gemerkt, denn niemandem ist es zu feiern zumute. Lediglich eine Feier der Regierung fand im Provinzhauptort statt - finanziert von sämtlichen touristischen Betrieben in einem grossen Umkreis, die alle gezwungen wurden, bei der Regierung für umgerechnet 8 USD ein Eintrittsticket zu kaufen für eine Feier, bei der eh niemand hingeht...

1: Eisenbahngeleise / railway track
2: stolzer Reisbauer / proud rice farmer
3: Haupstrasse in Hsipaw / main road in Hsipaw
4: der Autor auf dem Fluss im Langboot / authour on the river in the long boat
5: geschäftige Frauen / busy women
6-9: Ebene von Bagan / plains of Bagan
10: Shwezigon Pagode in Bagan
11-12: übliche Transportmittel in Myanmar / common transport means in Myanmar
28.12. Hsipaw
Today is a very lazy day. After breakfast, which I eat as last of all guests as usual, I spend the rest of the morning cozily in an almost too comfortable bamboo chair reading my book. After the compulsory chinese lunch I visit the only coffe house in town managed by an Australian woman. After that, I have made a digestion walk again through idyllic villages of rice farmers and passing buddhist monasteriers and across rice fields directly into the evening.
29.12. Hsipaw
Again a cold morning to get up, additionally foggy, so I am looking forward to a hot shower. But nothing, even after the ordinary waiting time of 10 minutes opening the water tap, the water is running out of the tap not more than shyly warmer than room temperature. After overcoming and some groaning, it finally lasts to take a shower. After breakfast we are going by long boat up the river of a branch of the Irrawady and then on labyrinthine paths of the teak smugglers to a buddhist monastery, where we are invited by the chief monk to a cup of tea. Out of it, it resulted in a lively discussion about the monks life, buddhism in Myanmar and meditation as an important part of the belief.Then we head back in the long boat to a Shan village, where we take our noodle soup. As another curiosity we meet a 86 year old man tattooed the whole skin from the hips upwards except the face but even the skin on the head in one colour. This obviously helped in earlier times that in a battle the knife of the enemy did not kill in a lethal way. Other countries, other conventions…
30.12. Hsipaw - Mandalay
After wonderful days in this remote village, I am going back to Mandalay by "shared taxi" in a 5 hours drive. Again very exciting is the market, where I am literally eating through some delicacies without knowing what I am eating. But this is not so important as everything is very delicious and as usual also the local people had fun, even when we can only communicate by hands and feet.
In the evening, I am walking in the already familiar darkness of Mandalay where on each corner I almost have the impression that a ship is coming towards me due to these many generators standing on the street and growling loudly.
31.12. Mandalay - Bagan
In still dark night I am going by cylce riksha in half an hour through the ghostlike town passing a market illuminated only by candles to the pier where I entered the fast boat downstream to Bagan. First surprise: The boat is full of tourists ! It has been a while since I have seen so many tourists at one place. Fortunately I meet a couple from Romania and UK living in Jakarta and I am going to chat with them the whole time. Second surprise: 2 minutes after departure, the boat headed straight to an island in the thick fog and crahsed on a sand bank. So we are waiting another half hour until the fog has left and the crew has the heart to to continue. After 9 dreary hours in always the same boring landscape and in the midst of partly questionable tourists, we are arriving in Bagan and after deboarding where are beleaguered by a pack of kids asking insistently for bonbons. Well what tourism can be used for…. After dinner I was so tired that despite invitations from my friends of Hsipaw which I have met here again, I have to resign and so I miss the announced new years eve party of Nyang U.
1.1. Bagan
In the morning I found out that new years eve here was an evening like any other and there was no party. Nothing doing except a few bottles of beer. At least I do not have headache from the Myanmar beer. For 0.90 USD per day I am renting an indian cycle without gearshift and light with very moderate brakes and I am cycling the 20 km loop on asphalt and sand, in which there are about 2000 small and big pagodas. After a while I have seen these pagodas which are mostly quite similar, from the outside as well as from the inside. But it is truly spectacular when I climbed on one of the bigger pagodas and to see the whole plain with these countless pagodas. This view counts for me to the most impressive in whole of Asia and is worth a trip already. With a lot of hot chinese tea I have made myself comfortable on the roof terrace of the hotel with my book and recovered from this road to put it mildly a bit bumpier and more holey than in western fields.
2.1. Bagan
The morning continues quite comfy on the roof terrace of the hotel. In the afternoon I go again to the plains of Bagan by cycle. This time not along the road but on dirt-tracks scarcely rideable with my indian bike. Thereby I am passing herds of cattle and goats in a landscape which reminded me of Africa. What a pity because I don’t have food and water with me and appetite is calling. So I soon have to pilot to civilisation again and look for a restaurant. After a fantastic burmese lunch mit 8 different delicacies I am swinging myself well nourished on my faithful wire donkey and I heading towards a pagoda famous for a nice sunset and being able to see the whole plain of Bagan with all these pagodas. Unfortunately I am not the only one so towards 5 pm, I have to share the pagoda with countless travel groups: Present is the italian woman looking vociferous for her Massimo and the swiss mother dousing her child with a multiplicity of instructions that nothing can happen on these oh so dangerous pagoda in this oh so strange country. After sunset which was not as spectacular as expected I am cycling on a boring straightaway road in the darkness to my well-deserved dinner with avocado salad, soup with prawns and vegetables and as closing an excellent Daiquiri. This Daiquiri will soon make some headlines as we can see later !
3.1. Bagan
Today was a very quiet day: After a literary morning I was walking in the early afternoon to the golden and wonderful Shwezigon pagoda and have visited it. It is truly impressive when you can see such a big pagoda covered in gold shining in the sunlight. The exciting thing in Myanmar is that buddhism as well as animism are coexisting so that in this pagoda all of the 37 "Nat", the nature goddesses, can be seen in their originals. After the visit I only wanted to grant me a short Daiquiri, but my french travel companion William who I know from Hsipaw came across on his bike and recognized me sitting almost on the street on my even too comforable teak chair and that’s why I only arrived at home (for non travelers in my hotel) at 7 pm after some further Daiquiris.
4.1. Bagan – Inle Lake
Early morning at 3 my alarm clock is ringing because I should be ready at 3 30 am for a very long bus ride to the Inle lake. After a bit of waiting we finally started at 4 35 am with a full busload, for my size a scantily acceptable seat and a burmese boy besides me so that I could stretch my legs to his side. So far so good but only until departure: Already the first meters are a cruel ride on very narrow and qualitatively very bad roads. The asphalt strip in the middle is only sufficient for one vehicle so that the driver has to brake almost down to 0 if another vehicle want to pass and to drive on the even worse and sloping dirt strip. And this endless times. Many times there is no asphalt at all but only a very eroded dirt track. Additionally the stomach of my small burmese neighbour was obviously not made for these conditions because soon after departure his body has bent over his plastic bag and I felt how his body made suspicious intermittent movements. In any case the whole trip was over after really exhausting 11 hours on one of the worst roads I have ever experienced and a nice pick up brought us to to our destination for the last 11 km. I could unfortunately not cope anymore with my task of today to find a nice place for two even nicer german travel companions arriving tomorrow at Inle Lake where we can enjoy equally good Daiquiris like in Bagan. After a short meal I felt like a stone in my bed tired to death.
Nobody has recognized that there is national independence day today, because nobody is in a mood to celebrate. There was only a governmental ceremony in the provincial capital – financed by all touristic businesses in a big area around forced to pay an entrance ticket of 8 USD for a ceremony nobody was anyway attending….
22.12. Yangoon-Mandalay
Heute geht es auf die erste längere Strecke innerhalb Myanmars und zwar mit dem Zug von Yangoon in geplanten 15 Stunden in das etwa in der Mitte des Landes gelegene, 700 km von Yangoon entfernte Mandalay. Also auf und durch die zum Teil etwas abweisenden Beamten dieser von der Regierung kontrollierten Eisenbahnlinie durch das Bahnhofsgebäude durch zu meinem Zug, der eigentlich auf den ersten Blick noch recht akzeptabel ausschaut. Lediglich die Klimanalage und das Licht funktioniert nicht. Nur gut kann man zumindest die Fenster öffnen. Immerhin rollt der Zug mühsam aber doch pünktlich aus dem Bahnhof und wie: Als alter Bähnler weiss ich bei einer Spurbreite von lediglich 1 Meter jedoch (das entspricht den Trams (für die Deutschen: Strassenbahn) in Zürich), was da auf mich zukommen wird. Nach der Abfahrt spasse ich noch zu meinen Mitreisenden aus Singapore, dass dies hier wohl der einzige Zug auf der Welt sei, bei dem man seekrank wird. Makabrerweise soll man nie die falschen Geister beschwören, denn prompt eine halbe Stunde später hatten die Chinesen dann ihren ersten Ausfall zu beklagen wegen Seekrankheit. Dank chinesischer Behandlung und einiger Erleichterungen aus dem Magenbereich war dieser Fall bald auch wieder ansprechbar. Dafür hat uns die Aussicht auf die schönen, unendlich weiten Reisfelder im Sonnenuntergang für die bis dahin erlittenen Strapazen entschädigt. Vor dem Schlafengehen noch ein Bier im 3 Wagen entfernten Speisewagen zu nehmen tönt einfach, ist aber wegen den Wagen, die ständig wie auf einem Trampolin springen sowie der wirklich sehr engen Gänge gar nicht so einfach. Bis ich dann ankomme gibts natürlich nur noch grosse Flaschen Bier. Ja dann halt runter mit so einem Ding ! Das ist aber auch nicht ganz so einfach, denn man muss genau den richtigen Moment zwischen zwei Hüpfern abwarten, bevor man einen Schluck aus dem Glas versuchen kann zu nehmen. Als sich dann noch so ein aalglatter, angetrunkener höherer Regierungsbeamter mit einem grausligen, fast fratzenartigen Colgate-Stockzahnlächeln zu mir gesellt und mir im Fahrtlärm wegen nicht vorhandener Fenster zulallt: "we are always here to help foreigners", da muss ich, obwohl es mir doch so schwer fällt, meine Worte am späten Abend noch genau wählen. So bin ich denn doch froh, als mein Bier endlich leer ist und ich wieder in mein Abteil zurückkehren kann. Gemütlich sind wir dann im Schlafwagen Richtung Mandalay gegondelt, wo wir morgens um 3 Uhr 50 mit nur 20 Minuten Verspätung mehr geschüttelt als gerührt ankommen.
23.12. Mandalay
Nachdem ich mich erstmals im Hotel von dieser knapp erträglichen Fahrt erholt habe, bin ich auf einen kleinen Stadtrundgang gegangen. Ehrlich gesagt habe ich mir auch von Mandalay etwas ganz anderes erwartet als das was ich antreffe, nämlich eine ganz normale, ziemlich chinesisch geprägte, lärmige, staubige und sehr geschäftige Stadt mit knapp einer Million Einwohnern. Ich habe gedacht, noch schnell beim Internet Shop vorbei und meine Mails anschauen. Denkste ! Hier ist das world-wide-wait noch wirklich Tatsache. Mit knapper Mühe ist nach etwa 2 Minuten eine Seite geladen. So macht das wirklich gar keinen Spass. Viele Seiten sind auch geblockt, so dass sich die meist jugendlichen Besucher (wie an anderen Orten auch) mit Chatten und Community Seiten unterhalten die Zeit vertreiben. So hat es mich dann auch bald wieder aus diesem Laden vertrieben und habe bis zum Abflug aus diesem Land nie mehr einen Internet Shop betreten. Da es mittlerweile Nacht geworden ist stelle ich fest, dass es in dieser Stadt eigentlich nur an wenigen Hauptverkehrsstrassen eine Strassenbeleuchtung gibt, der grosse Rest der Stadt ist neben den Autolichtern und den wenigen mit Generator betriebenen Häusern echt dunkel. Ein etwas unheimliches Gefühl für mich gerade auch bei diesen schlechten Strassenverhältnissen. So muss ich denn im Dunkeln mit Hilfe meiner nützlichen Taschenlampe den Weg zurück zu meinem Hotel wieder finden.
24.12. Mandalay
Heute habe ich einen klassischen Besuchstag geplant. Also erstmals zu Fuss etwas vom Hotel weg und dann einen Fahrrad-Rikscha Fahrer herangewinkt. Der hat mich dann prompt für ein ganzes Besuchsprogramm überzeugt und mir auch noch gesagt, wie ich die 10 USD Eintrittsgebühren, die an die Regierung gehen, sparen kann. So gings dann an dem von der Regierung kontrollierten Ausländereingang des alten Palastes vorbei, der heute allerdings nur noch aus einem imposanten Stück Mauer von 3 x 2 km besteht, die man auch von aussen bewundern kann. Am Eingang winkt ironisch noch ein riesiges Schild mit den vier "Peoples desire", die da diktatorisch lauten (ohne Übersetzung):
* Oppose those relying on external elements, acting as stooges, holding negative views
* Oppose those trying to jeopardize stability of the state and progress of the nation
* Oppose foreign nations interfering in internal affairs of the State
* Crush all internal and external destructive elements as the common enemy
Das wird dann den eigenen Leuten jeden Abend am Fernsehen und in jeder Zeitung aufgetischt. Weiter kamen wir beim "Bureau of Special Investigation" vorbei, der Geheimpolizei, an dessen Tor lässig ein paar eklige Typen, alle in denselben Lederjacken, rumhängen. Tiefste DDR lässt hier grüssen !
Endlich kommen wir zum interessanten Teil, dem Besuch der Pagoden. In der einen steht ein wunderschöner 9 Meter hoher Buddha, der ganz aus einem einzigen Stück Marmor gefertigt wurde. In einer anderen Pagode sind dutzende grosser Marmortafeln zu sehen, wo wichtige Teile der buddhistischen Schrift in Pali verewigt sind. Am Schluss machte ich ein schöner Gang auf den über 200 m hohen Hügel von Mandalay, der natürlich auch heilig ist und mit unzähligen Pagoden und Buddhafiguren versehen. Dementsprechend wird dies meine erste Besteigung eines Hügels, den ich ganz ohne Schuhwerk bewältigen muss. So dies reicht nun wirklich für heute und es geht nach erfolgreicher Rückkehr gemütlich mit der Fahrrad-Rikscha zurück ins Hotel.
25.12. Mandalay - Hsipaw
Heute fahre ich mit dem "shared taxi", einem Taxi das man sich mit anderen Fahrgästen teilt, in einer 5 stündigen Fahrt auf noch halbwegs guten Strassen vorbei an zum Teil sehr abenteuerlichen Fahrzeugen durch eine schöne, etwas hügelige Gegend Richtung chinesische Grenze in ein angenehmes Dorf namens Hsipaw mit vorwiegend ländlicher Bevölkerung. So verbringe ich endlich mal den Nachmittag gemütlich auf der Sonnenterrasse und lese meinen Doktor Faustus weiter.
26.12. Hsipaw
Heute ist wiederum ein Höhepunkt meiner Reise, nämlich zusammen mit dem Besitzer des Gästehauses ein 6 stündiger Spaziergang durch die Reisfelder und dem Besuch mehrer Familien der Volksgruppe der Shan, die eigentlich den Chinesen näher stehen als den Burmesen, und die in einem Teil des Landes immer noch im Krieg mit den geliebten Burmesen um Unabhängigkeit sind. Geklärt hat sich im Laufe des Tages auch die Frage, warum in diesem abgelegenen Dorf der Strom 24 Stunden am Tag zur Verfügung steht. Die Antwort: Er wird von den Chinesen geliefert ! So lerne ich überall sehr selbstbewusste, würdevolle und arbeitsame Leute kennen, die auch mir gegenüber sehr aufgeschlossen und interessiert sind. Im Laufe des Tages habe ich durch Diskussionen viele zum Teil haarsträubende Geschichten gehört von den Leuten, was sich die Regierung früher alles mit ihnen erlaubt hat. Dassselbe ist mir auch in Kambodscha widerfahren, nur haben die mittlerweile eine andere Regierung...
Das Haupteinkommen dieser Bauern ist natürlich der Reis, nebendran verdienen sich die Familien ein Zubrot vorwiegend mit Heimarbeiten wie Zigarren drehen oder Körbe flechten. Insgesamt ergibt das ein Monatseinkommen von etwa 40 US Dollar, von dem im Schnitt 3 Generationen zu leben haben. Und trotzdem haben mir alle ohne Ausnahme einen zufriedenen und ausgeglichenen Eindruck gemacht und hatten immer Zeit für einen Schwatz oder eine Tasse Tee. Ich habe mich jedenfalls während meiner Bürozeiten sehr selten so ausgeglichen gefühlt wie diese Bauern, die in allereinfachsten und primitivsten Verhältnissen leben und mit sehr bescheidenen Mitteln ein hartes Leben führen.
27.12. Hsipaw
Frühstücken draussen beim Gästehaus im Hof bei erfrischenden 16 Grad, das ist nach sovielen heissen Monaten echt ein gemischtes Vergnügen. Nun ja, eingewickelt in den Pullover und mit viel heissem chinesischen Tee geht auch das. Beim Frühstück habe ich einen Italiener, den Maurizio, kennengelernt, der in den Sommermonaten einen Kiosk in Bologna führt und im Winter durch die Welt reist. So habe ich mich mit ihm zusammen aufgemacht zu einem 1 ½ stündigen Marsch quer durch Reisfelder und Bananenplantagen vorbei an abgelegenen Hütten an einem idyllisch gelegenen Flüsschen mit wiederum sehr freundlichen Leuten zu einem wunderschönen beeindruckenden Wasserfall.
Am Abend haben wir in internationaler Männerrunde aus Italien, Holland und Frankreich uns dem lokalen Grappa-ähnlichen Gebräu etwas nähergebracht, bevor wir uns nach dem üblichen "fried rice" oder "fried noodle" Gericht an normalem Pool Billard auf einem Snookertisch versuchen. Immerhin können wir in etwas mehr als einer Stunde 2 Partien beenden, Showeinlagen aus den diversen Ländern zur Freude der anwesenden lokalen Männern (Frauen haben sich in dieses Lokal leider keine verirrt) natürlich eingerechnet.



1: fliegende Händlerin im Zug / hawker in the train to Mandalay
2: Aussicht aus dem Zug auf dem Weg nach Mandalay / view out of the train window on the way to Mandalay
3: Irrawady in Mandalay
4: Dorfszene in Mandalay / village scene in Mandalay
5-7: verschiedene Tempel in Mandalay / different temples in Mandalay
8: 9 m hoher Marmorbudhha / 9 m high marble buddha
9: mein Riksha Fahrer / my rikhsa driver in Mandalay
10: Kinder auf dem Mandalay Hill / children on the Mandalay Hill
11: der Autor auf dem Mandalay Hill / the author on the Mandalay Hill
12: Mandalay
13: Tankstop auf dem Weg nach Hsipaw / gas stop on the way to Hsipaw
14-16: Landschaft und Dörfer um Hsipaw / landscape and villages around Hsipaw
22.12. Yangoon-Mandalay
Today, there is the first longer trip in Myanmar by train in planned 15 hours from Yangoon to Mandalay, which is situated in the middle of the country and 700 km away from Yangoon. I am passing the partly denying officials in the railway station of this railway company controlled by the government to my train which does appear quite acceptable at first sight. Solely air condition and lights are not working and so I am quite happy that at least the window can be opened. Anyway, the train is coasting strenously and on time out of the station: As old railwayman I know what we are going to expect with a gauge of only 1 meter (this is equal to the trams in Zurich). After departure I am joking to my fellow passengers from Singapore that this might be the only train in the world where you can get seasick. Funnily, you should never ask the wrong ghosts because after half an hour the chinese had to complain their first drop out due to motion sickness. Thanks to chinese treatment and some easments out of the stomach area this case is soon responsive again. Instead, the view on beautiful and endless ricefields compensated for suffered exertions. To have a beer in the restaurant waggon before sleeping 3 waggons away sounds easy but is not so simple due to the waggons which are constantly jumping like on a trampolin and the narrow aisles. Until I arrive there are only big bottles of beer available. Well then go for it with such a thing ! But again this is not so easy as you have to wait exactly between two jumps before you can try to take a mouthful of beer out of the glass. As there is a slicky and dipsy higher government employee sitting to me with a gruesome and grotesque face and a freezing Colgate smile and babbled to me in the noise due to missing windows "we are always here to help foreigners", then I have to choose my words clearly although it was not easy for me. I am quite happy when my beer is finished and I return to my compartment. Quite cozy in the sleeping waggon, we are driving towards Mandalay like in a gondola, where we arrive in the morning at 0350 am with only 20 minutes delay more shaken than stirred.
23.12. Mandalay
After I have recovered from this scarcely bearable ride, I make a little city tour. To be honest, I have also expected Mandalay to be different than what I see, means a very normal, quite chinese influenced, noisy, dusty and very busy town with barely 1 milion inhabitants. My intention is to quickly check my emails in the internet shop. Wrong ! World wide wait is a fact here. With a lot of effort, a page is loaded after 2 minutes. That is really not fun at all. Many pages are also blocked so that the adolescents (as at other places as well) are busy chatting and maintaining community pages. So I am running out of this shop quite quickly and have never entered an internet shop again until my departure out of this country. In the meantime it got dark and I realize that there is a road lighting only in very few main roads, the big part of the city is really dark besides the car headlights and the few houses with generators. Quite a sinister feeling also due to the bad road conditions. So I have to find my way back to the hotel with aid of my helpful torch.
24.12. Mandalay
Today I have planned a classical visiting day. Firstly away from the hotel and then I beckoned a cycle rikhsa driver over to me. He promptly convinced me for a whole visting program and additionally told me how to save the 10 USD entrance fee for the government. So we are passing the foreigner entrance of the old palace controlled by the government only composed by an impressive piece of wall today measuring 3 x 2 km which can also be admired from the outside. At the entrance, there is a huge sign with the four "Peoples desire" waiving ironically and written in a dictatory way:
* Oppose those relying on external elements, acting as stooges, holding negative views
* Oppose those trying to jeopardize stability of the state and progress of the nation
* Oppose foreign nations interfering in internal affairs of the State
* Crush all internal and external destructive elements as the common enemy
This is dished up to the own people every evening on TV and in every newspaper. Further on, we are passing the "Bureau of Special Investigation", the secret police, where some cool and disgusting guys, all dressed in the same leather jacket, were hanging around. The deepest of GDR is greeting ! Finally we are coming to the interesting part, the visit of the Pagodas. In one is a wonderful, 9 meter high Buddha, manufactured out of one single piece of marble. In another Pagoda, dozens of marble plates can be seen where important parts of the buddhist writings are eternalized in Pali. At the end there is a nice walk up to Mandalay hill, more than 200 meters high, which is of course also holy and supplied with numerous pagodas and buddha figures. Correspondingly this is my first ascent of a hill to be mastered fully without footgear. So this is enough for today and after successful return I let myself drive in a comfy way back to the hotel in a cycle riksha.
25.12. Mandalay - Hsipaw
Today i booked a "shared taxi", a normal car shared with other guests, and in a 5 hours drive on halfway good roads passing by partly very adventurous vehicles through a beautiful and hilly landscape towards the chinese boarder to an enjoyable village called Hsipaw. The afternoon I was comfortably spending on the sun terrace continue reading my doctor Faustus.
26.12. Hsipaw
Today is another highlight of my trip namely a 6 hours walk with the owner of the guesthouse through rice fields and the visit of several Shan families which are closer to the Chinese than the Burmese and are still in a war for independence with the beloved burmese. It has been clarified during the day why there is 24 h electricity in this remote village. Answer: Delivered by the Chinese ! I have met very self-conscious, dignified and hard-working people which are very open and interested towards me. In discussions during the day I have heard many hair-raising stories from people what the government has done with them. I have experienced the same in Cambodia but in the meantime, they have another government…
The main income of these farmers is rice of course, besides that the families are earning money mainly with manufacturing cigars or binding baskets done in homework. All in all they have a monthly income of about 40 USD, where on average 3 generations have to live from it. Despite that, all without exceptions gave an expression of being satisfied and balanced and had always time for a chat or a cup of tea. During my office hours, I have seldom felt as balanced as these farmers living a hard life in very simple and primitive circumstances and with very modest means.
27.12. Hsipaw
Having breakfast outside the guesthouse in the courtyard at refreshing 16 degrees, this is a mixed pleasure after so many hot months. Well, it can be managed wrapped in the sweater and with a lot of hot chinese tea. During the breakfast I have met the Italian Maurizio who is managing a snack bar in Bologna during sommer months and in winter time he is travelling in the world. Together with him we went in 1 ½ hours to a wonderful and impresive waterfall across rice fields and banana plantations passing remote cabins at an idyllic creek with again very friendly people.
In the evening, in an international mens round from Italy, Netherlands and France, we are bringing ourselves closer to the local, grappa-like mixture and after the ordinary "fried rice" or "fried noodle" dinner we try to play pool billard on a snooker table. After all, we can finish 2 games in a bit more than one hour, and to the amusement of the local men (women did not get lost in this place) spontaneous shows of the different countries included of course.
Minga la ba Myanmar ! – Hello Myanmar !
Der vorliegende Reisebericht ist ein Versuch: Dank meines elektronischen Wunderdings habe ich ein Tagebuch geschrieben über meine Erlebnisse und Eindrücke auf meiner einmonatigen Reise quer durch Myanmar. Ich habe mich pro Tag jeweils auf wenige Ereignisse fokussiert, um dem Leser nicht zu langweilen und ihm in hoffentlich kurzweiliger, zum Teil humoristischer Art dieses faszinierende, noch immer verschlossene Land mit den so offenen und grossartigen Leuten näher zu bringen.
17.12. Manila-Bangkok
Das letzte Mal im Pyjama geschlafen, das letzte Mal die Haare geföhnt: Das sind untrügliche Zeichen, dass es heute losgeht. Das Insektenmittel vor die Türe sprühen und diese dann zweimal verriegeln und rein ins Manila Taxi. Beim Taxifahrer gibt es in der Regel zwei Themen zur Auswahl: Politik oder Frauen. Heute ist mal wieder die Politik dran mit einer Frage gleich zu Beginn der Fahrt, was ich denn von dieser halte. Da wir uns aber sehr bald einig sind, war nach 5 Minuten auch schon Ruhe. Nun noch Einchecken und dem Abenteuer steht nichts mehr im Wege.
Nach dem Flug und der Landung dann endlich die Ankunft im Flughafen Bangkok, der noch vor weniger als 2 Wochen von tausenden von Demonstranten besetzt gehalten wurde. Mit dem Taxi gehts zum Hotel und dann kann sie beginnen am Abend um 6, meine "One Night in Bangkok" ! Ich bin wieder mal überwältigt von diesem pulsierenden Leben in dieser Stadt, in der es an jeder Ecke was zu sehen und zu riechen gibt. Nach einem kurzen Rundgang zu meinen früheren Favoriten Nana und Thermae (nein es gibt keine weiteren Details) und ich auch gesehen habe, dass es beide auch fast unverändert noch gibt, bin ich dann aber so müde geworden, dass bei meiner berühmten Nacht in Bangkok nur ein kümmerlicher Rest übriggeblieben ist. Leider gehts ja dann am nächsten Morgen bereits sehr früh los.
18.12. Bangkok-Yangoon
Ah ist das schön, wenn man mit brasilianischer Musik aus meinem elektronischen Wunderding geweckt wird ! Weniger schön hingegen, wenn sich das bereits am frühesten Morgen um 0445 abspielt. Nach dem Einchecken und der Passkontrolle in diesem tollen neuen und sehr übersichtlichen Flughafen gehts dann wie bei einem Defilee so mir scheinend hunderte Meter an all diesen morgens um 6 so unglaublich nützlichen Edelboutiquen vorbei, bis endlich am Ende dieses überdachten gläsernen Ungetüms ein paar wenige Kaffeeshops sichbar werden, die einem alle mit dieser einschläfernden Einkaufscentermusik berieseln, so dass man trotz starkem Kaffee bereits wieder gegen den Schlaf kämpfen muss.
Der stündige Flug verlief soweit friedlich, besonders da ich kurz vor dem Abflug noch einen Sitz in der ersten Reihe mit grösserer Beinfreiheit ergattern kann und so nicht eingequetscht neben einem ca. 120 kg schweren Koloss von Frau verbringen muss, die mir nicht gerade viel Freiraum auf meiner Sitzseite offeriert.
Die Landung in Yangoon ist wie bei anderen Flügen auch, allerdings bin ich dann schon etwas erstaunt, dass unser Flieger der einzig sichtbare ist auf diesem internationalen Flughafen. Wieso dass es da ein sehr modernes Flughafengebäude mit 10 Fingerdocks braucht, bleibt mir dann auch etwas schleierhaft. Gerade weil dieser Flughafen für Ausländer faktisch die einzige Möglichkeit ist, um nach Myanmar zu gelangen, erwarte ich nun nicht wie in Bangkok und in ganz Thailand, dass mir tausende von Touristen auf meinem Weg durch dieses Land begegnen. Und genau so ist es dann auch schon am ersten Tag: Bei meinem etwa 4 stündigen Stadtrundgang durch das Zentrum der Hauptstadt Yangoon sind mir dann auch genau 5 (in Worten: fünf) Touristen begegnet. In welcher Hauptstadt auf dieser Welt gibt es denn so etwas noch ?
Um ganz offen zu sein muss ich an dieser Stelle auch gestehen, dass ich nach diesem ersten Rundgang etwas enttäuscht bin. Meine Vorstellungen einer sehr asiatischen Stadt mit etwas dörflicher, sehr spiritueller Ambiance und sehr viel Strassenaktivitäten wie beispielsweise damals vor 14 Jahren in Hanoi hat sich leider nicht bewahrheitet. Häufig verfallene koloniale Häuser sowie die vielen Autos, die da durch die Strassen brausen, könnte genauso in einer mittelgrossen Stadt überall auf der Welt zu finden sein. Herausragend und wirklich speziell ist da eigentlich nur die weltberühmte Shwedagon Pagode, die mit ihrem 98 m hohen Goldturm das Stadtbild von vielen Seiten her prägt.
Nach einem etwas längeren Mittagsschlaf gehe ich dann abends um 9 auf einen kleinen Spaziergang und bin erstaunt, dass man in einer Stadt mit 5 Millionen Einwohnern soviele Sterne sieht. Das Geheimnis ist allerdings schnell gelüftet als ich feststelle, das ich Mühe habe, meinen nächsten Schritt zu erkennen. Neben wenigen, von Generatoren erhellten Häusern und Geschäften ist die Stadt praktisch dunkel. Nur gut, dass wenigstens die Scheinwerfer der wenigen Autos einem den Weg von Zeit zu Zeit etwas weisen.
So bin ich dann in mein Hotelzimmer zurückgekehrt, in dem wegen Elektrizitätsmangel die Klimaanlage nicht mehr funktioniert und nur noch ein Licht brennt. Ja das kann ja heiter werden in den kommenden Tagen.
19.12. Yangoon
Heute habe ich meine Stadtschlenderungen wieder fortgesetzt und bin nicht weiter gekommen als gestern: Ich habe im ganzen Tag ein ausländisches Pärchen gesehen. Es gibt nun wirklich zwei Sachen, die typisch myanmarisch (wie sagt man wohl hier genau ? Burmesisch war schon einfacher) sind: Frauen und ja auch Männer tragen Röcke, sogenannte longyis. Das ist mehr oder weniger ein Stoffschlauch, der vom Bauch bis zu den Füssen reicht und den man sich ziemlich einfach um die Hüfte schlauft, so dass man Männlein und Weiblein ständig an diesem Ding rumfummeln sieht. Übrigens was die drunter anhaben weiss ich leider wirklich nicht. Ist es wohl so wie bei den Schotten ? Das zweite eigentümliche ist eine Art Paste, die sich Thanaka nennt, und die sich vorwiegend Mädchen und Frauen ins Gesicht streichen. Angeblich soll das helfen gegen Sonnenbrand und soll wohl auch so eine Art Makeup sein. Na ja über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten... Auf jeden Fall werde ich die nach meiner Abreise ziemlich vermissen wie es sich noch zeigen wird.....
Nach einigem Hin und Her bin ich heute noch fähig, mein Schlafwagenticket nach Mandalay zu bezahlen. Als Ausländer darf man nur in erster Klasse fahren und nur in neuen USD Noten zahlen und nur genau den exakten und überhöhten Ausländerpreis. Andere Noten werden beharrlich nirgends angenommen, sogar wenn sie neu scheinen aber eine kleine Verunreinigung haben. Das heisst hier wieder mehr Devisen für die Militärregierung. Aber so ist das hier, das weiss man auch zum voraus und hat die Entscheidung zugunsten eines Besuches dieses Landes ja schon gefällt.
20.12. Yangoon
Heute gehts zu einem vermutlichen Höhepunkt meiner ganzen Reise, zu der weltberühmten Shwedagon Pagode, die auch bei jedem Volksaufstand immer im Mittelpunkt steht und als das Heiligste für die Buddhisten in Myanmar gilt. Tatsächlich bin ich absolut überwältigt sowohl vom Baustil und den verschiedensten Materialien und Farben, die hier verarbeitet wurden, als auch von den Leuten selbst. Bei welchem Höhepunkt ist man ganz ohne ausländische Besucher, ganz zu schweigen von den Wagenladungen chinesischer oder japanischer Touristen ? Anwort: Hier ! In den 3 Stunden auf dem Gelände habe ich zwei Pärchen und einen alleinreisenden Ausländer gesehen. Da bin ich mir dann aber schon ein bisschen wie in einem schlechten Film vorgekommen und ich beginne langsam zu realisieren, in welchem Land ich mich hier aufhalte. Die Pagode selbst ist massiv gebaut und vollständig mit Blattgold überzogen. Wegen momentaner Bauarbeiten ist die Pagode mit einem Gerüst versehen und leuchtet im Sonnenlicht trotzdem sehr intensiv. Zusammen mit all den anderen Buddhas um die Pagoide herum und den diversen anderen zum Teil auch mit Gold überzogenen kleinen Tempeln ein wahrlich spiritueller Ort. Noch viel mehr als sonst, da man sich als einziger Tourist wirklich mittendrin vorkommt - mittendrin zwischen buddhistischen Mönchen, Schulklassen und Familien. Manch ein stressgeplagter westlicher Manager würde sich hier wohl zu Recht ziemlich deplaziert vorkommen. Diese Ruhe und gleichzeitig diese spürbare spirituelle Kraft der Leute ist für mich etwas sehr wohltuendes und etwas, das man leider viel zu selten erleben darf.
Am Abend habe ich mich dann nochmals auf den Weg gemacht und das ganze beleuchtete Areal besucht. Fast noch stimmungsvoller als während des Tages mit einer Vielzahl von Leuten, die entweder still für sich oder im Gesang in der Gruppe meditiert haben, jeweils meist direkt zur Pagode gerichtet. Wahrlich ein einmaliges Erlebnis, so etwas an so einem speziellen Ort miterleben zu dürfen.
21.12. Yangoon
Heute gibts nochmals eine schöne Schlenderei durch Zentral-Yangoon mit einem Besuch des nach dem Vater von Aung San Suu Kyi benannten Bogyoke Aung San Markt. Das Spezielle hier sind wohl die Geldwechsler. Nicht wie in allen asiatischen Staaten üblich in einem gut sichtbaren und vergitterten Stand sind diese hier durchwegs alles Schwarzarbeiter und man muss nur einige Schritte in den Markt hinein machen, bevor man von diesen relativ diskret angesprochen wird. Der Meinige war sympathisch und ehrlich und so ging ich mit mehr als dem Doppelten von dannen, was ich bei einer Bank zum offiziellen Wechselkurs bekommen hätte. Da die grösste Note (1000 Kyat) nur einen Gegenwert von umgerechnet 0.90 USD hat, kommt bei 200 USD ein ganz schöner Stoss Papier zusammen.
Es ist schon spannend alleine zu reisen, denn gerade heute habe ich wieder einige tolle Bekanntschaften gemacht. Hervorheben muss ich hier neben einem Mönch eine ältere Frau, die wohl in jüngeren Jahren Touristenführerin war, was ich so aus ihrem zahnlosen Munde vernehme. Sie meint, dass man sich ja nicht einer offiziellen Touristengruppe anschliessen soll, die einem nur atemlos durchs Land hetzen würden wegen diesem ich zitiere "fucking government". Die war ja wirklich bissig und eigentlich die erste Person, die derart schonungslos war mit der Meinung. Ja wahrscheinlich hat sie wohl auch nicht mehr viel zu verlieren. Mich dünkt, dass mich meist Mönche ziemlich interessiert anschauen und etwas scheuer als diese ältere Dame das Gespräch suchen. Ich denke, dass die Leute über die vielen Jahre hier gelernt haben zu unterscheiden zwischen einem privaten Leben und einem öffentlichem Leben und dementsprechend vorsichtig sind, ihre private Meinung öffentlich kundzutun.

1: Mönch in Yangoon / Monk in Yangoon
2: Shwedagon Pagoda
3: auf dem Gelände der Shwedagon pagoa / in the area of the Shwedagon pagoda
4: Stupa der Shwedagon Pagoda
5: Antlitz eines Buddhas / face of a buddha
6: Stupa der Shwedagon Pagode bei Nacht / stupa of the Shwedagon pagoda at night
7-9: Strassenszenen in Yangoon / street life in Yangoon
Minga la ba Myanmar ! – Hello Myanmar !
Present travel report is an experiment: Thanks to my electronic marvel I have written a diary focusing on my experiences and impressions during my one month trip across Myanmar. Daily, I have just focussed on a few experiences in order not to bore the reader and to give him an understanding of this fascinating and still closed country with these open and awsome people in a hopefully diverting and partially humoristic way.
17.12. Manila-Bangkok
The last night in the pyjama, the last time blow-dried my hair: clear signs that I start today. Spraying the insect repellent in front of my door, closing the door twice and into the Manila taxi. There are usually two subjects with the taxi driver: politics or girls. Today there is politics with a question right in the beginning what I am thinking about this politics. Since we agree after 5 minutes, the rest of the trip ended in silence. After check in nothing is in my way to adventure.
After my flight and the landing finally the arrival in the airport in Bangkok which was occupied less than 2 weeks ago by thousands of protesters. With the taxi I go to my hotel and then it can start in the evening at 6, my ”one night in Bangkok” ! I am again overwhelmed by this pulsating live in this city where you can see and smell something at each corner. After a short circuit to my former favourites Nana and Thermae (no there are no further details) and I see that both are still here quite unchanged I get so tired that only a lean rest remained of my famous night in Bangkok. Unfortunately I have to get up quite early tomorrow morning.
18.12. Bangkok-Yangoon
Ah so nice to wake up with brazilian music out of my electronic marvel ! Less nice that this is happening already in the early morning at 0445. After check in and passport control in this great and very well arranged airport it seems to me that I am passing like in a parade hundreds of meters of luxury boutiques which are so important early morning at 6. At the end of this covered and glassy monster few coffee shops are appearing all sprinkling this drowsy shopping center music so that even after a strong coffee I have to fight not to fall asleep again.
The one hour flight is peaceful so far, especially since I can snatch a seat in the first row with more leg room in order not to be squeezed in besides a 120 kg monster of woman not allowing me to have a lot of free space on my side.
The landing in Yangoon is like with other flights as well but actually I am quite astonished that our plane is the only visible one in this international airport. Why it needs a very modern airport building with 10 finger docks remains quite incomprehensible to me. Since this airport is basically the only possibility for foreigners to enter Myanmar, I am not expecting that I will meet thousands of tourists on my way like in Bangkok or in the whole of Thailand. And it is exactly like that already on my first day: During my 4 hours walking tour through the center of Yangoon I meet exactly 5 (in words: five) tourists. In which capital of the world can you still find that ?
To be quite honest I am a bit disappointed after this first tour. My imagination of a very asian city with a bit of a rural and very spiritual ambiance like in Hanoi 14 years ago does not come true. Mainly ruinous colonial buildings and these many cars roaring through the streets can be find anywhere in the world. Outstanding and really special is only the world famous Shwedagon pagoda forming the cityscape from many sides with its 98 m high golden tower.
After a longer nap I go on a promenade in the evening at 9 and I am astonished that I can see so many stars in a city with 5 million inhabitants. The secret is disclosed quite quickly since I am noticing that I have difficulties to recognize my next step. Besides a few buildings and shops illuminated by generators, the whole city is basically dark. I am quite happy that the headlights of the few cars can show me my way every now and then.
So I returned to my hotel room where there is no air condition and only one light working due to the lack of electricity. That might be a lot of fun in the next days.
19.12. Yangoon
Today I continue strolling through the city and have not advanced since yesterday: The whole day I have only seen one foreign couple. There are really two things which are typically myanmar (or how do you say ? burmese was quite easier): Women and men are wearing skirts, so called longyis. This is more or less a tube of drapery reaching from waist down to the feet knotted quite simply around the hips so that you can see men and women constantly fumbling on this thing. By the way I do unfortunately not know what they are wearing below. Is it like with the Scots ? The second peculiuar thing is a kind of paste called thanaka, which is coated in the face mainly by girls and women. Allegedly it should help not to become sunburn and should be a kind of make up. Well there is no accounting for taste anyway….. In any case I will miss it after my departure as you will see it….
After some seesaw I am also able today to buy my ticket for the sleeping waggon to Mandalay. As a foreigner you can only book first class, only pay in brand new USD bills and only the exact and excessive foreigner price. Other bills are insistently not accepted even when they look new and have a little impureness. This means again more foreign currency for the military government. But this is the way it works here and this I knew in advance before I have made a decision to visit this country.
20.12. Yangoon
Today I am going to a preliminary highlight of my whole trip, to a visit of the Shwedagon pagoda, which is always in the middle in every national uprising and is considered as the holiest for all buddhists in Myanmar. In fact, I am completely overwhelmed by the architectural style and the different materials and colours processed as well as by the people. Which highlight is completely without foreign vistors, not to mention the busloads of chinese or japanese tourists ? Answer: Here ! In 3 hours on site I have seen two couples and one single tourist. It appeares to me like being in a bad movie and slowly I start to realize in which country I really am. The pagoda itself is solidly built and completely coverered with gold leaves. Due to current renovation the pagoda is covered with a scaffold and despite that is shining very intensively in the sunlight. Together with all the other buddhas surrounding the pagoda and the numerous other small temples partly also covered with gold leaves, a really spiritual place. Even more than otherwise because as only tourist I really feel right in the middle - right in the middle between buddhist monks, school classes and families. Quite a few managers plagued by stress would fell rightly misplaced here. This calmness and at the same time this noticeable spiritual force of the people is something very pleasant for me and something one can experience far too infrequent.
In the evening, I set off again and visit the whole illuminated area. Even more impressive than during the day with plenty of people meditating either alone or singing in the group mostly directly headed towards the pagoda. Truly a unique experience to witness at such a special place.
21.12. Yangoon
Today there is another city stroll in central Yangoon with a visit of the Bogyoke Aung San market, named after the father of Aung San Suu Kyi. Special here are the money changers. Not as usual in all asian countries visible in a fenced stall they are all working on the black market and you only have to step into the market before they are approaching you. Mine was friendly and honest and I have left with more than double what I would have get in a bank to the official exchange rate. Since the biggest bill (1000 Kyat) only has a value of 0.90 USD, I get quite a big pile of paper for 200 USD.
It is really exciting to travel alone since I have just met several great people today. Besides a monk I have to mention an older woman who might have been a tourist guide in earlier years what she tells me out of her toothless mouth. She reckoned not to join at all an official tourist group only racing breathless through the country and I quote thanks to this “fucking government”. She was really acid-tongued and the first person who was pitiless with her opinion in such a matter. Well maybe she does not have a lot to loose anymore. It seems to me that mainly monks are watching me quite interested looking for a conversation but with more timidness than this old lady. I think that people have learnt over all these years to differentiate between a private life and a public life and are acordingly precautious to notify their opinion in public.
Von den Philippinen aus bietet AirAsia sehr günstige Flüge nach Malaysia an und zwar nach Kuala Lumpur und nach Kota Kinabalu auf Borneo. Da ich Borneo später mal besuchen möchte und ich gerne wieder mal ausserhalb der Philippinen ein Land besuchen wollte, habe ich mich spontan entschlossen, bei AirAsia einen Flug nach Kuala Lumpur zu buchen: 130 US-Dollar für einen 3 1/2 stündigen Flug, ja da konnte ich wirklich nicht widerstehen, gerade da ich ja noch nie in Malaysia war und ich diesen Trip absolut ohne Erwartungen machte. Vielleicht grad deswegen war ich echt begeistert, sowohl von AirAsia als auch von diesem Land ! Malaien mit einem zum Teil umwerfenden Englisch, Chinesen die weniger chinesisch sind als in China sowie Inder die weniger indisch sind als in Indien selbst. Eine Mischung, die so in Asien einzigartig ist.
Besonders positiv beeindruckt war ich vom Entwicklungsstand dieses Landes, sowohl in ökonomischer als auch in kultureller Beziehung. Der Lebensstandard ist für asiatische Verhältnisse hoch, die Infrastruktur in einem sehr guten Zustand, die kulinarischen Genüsse sehr vielfältig und die Einkaufsmöglichkeiten in Kuala Lumpur dank hervorragenden Shopping Centers in aller Couleur vom einfachen bis zum Luxustempel unbeschränkt. Das einzige Limit ist hier wohl die Gewichtsbeschränkung der Airline beim Rückflug. Da war ich ja mit AirAsia in guten Händen, denn über 15 kg kostet es bereits zusätzlich....
Also nun in Ruhe: Kuala Lumpur hat mir sehr gut gefallen: Trotz Millionenstadt noch übersichtlich, das heisst man kann die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu Fuss abklappern und ist nie weit von einem Shopping Center weg, um sich wieder auf eine angenehme Betriebstemperatur runterzukühlen. Der Höhepunkt ist natürlich der bei Nacht wie im Film “Flash Gordon“ wirkende Petronas Tower. Besonders eindrücklich ist es, auf der Brücke zwischen den beiden Türmen zu stehen und noch etwas James Bond Feeling reinzuziehen. Jedoch scheint das Büroleben auch hier nicht anders zu sein als das was ich kenne und so war ich denn froh, dass ich den anderen nicht mehr ins Büro schauen musste und mich an meine eigenen grausligen Zeiten zu erinnern.
Weitere Höhepunkte in Kuala Lumpur für mich waren der Vogelpark und der Schmetterlingspark, beides riesige Freiflugarenen, die beide zu ihren grössten auf der Welt zählen. Nach einigen Anstrengungen in dieser doch schwülheissen Stadt lässt dann aber das nächste Mahl nicht lange auf sich warten und so habe ich meistens in den Strassenrestaurants gegessen und es mir lukullisch sehr gut gehen lassen.
Mit dem Bus gings dann von Kuala Lumpur ins 2 Stunden südlich gelegene Melakka. Die Busse hier sind absolute Weltklasse und vermitteln ein echtes 1. Klasse-Feeling mit nur 3 Sitzen pro Reihe. Selbst für meine Beine bei einer Körpergrösse von 190 cm hatte ich überaus genügend Platz. Dies ist ein weiterer angenehmer Pluspunkt zu den Philippinen, wo ich meist quer sitzen muss und es üblicherweise 5 Sitzplätze pro Reihe gibt. Melakka ist ein netter Kontrast zu der Millionenstadt und bietet einen sehr gepflegten kolonialen Baustil vor allem in chinesischen Viertel. Besonders berühmt ist der Jonkers Walk, ein romantischer chinesischer Nachtmarkt, so dass man sich wirklich fast wie in einem chinesischen Dorf vorkommt.
Die längste Etappe brachte mich dann wiederum per Bus ins 5 Stunden von Kuala Lumpur nördlich gelegene Insel Penang in die Hauptstadt Georgetown. Auch diese Stadt wurde zusammen mit Melakka im Jahr 2008 als UNESCO Weltkulturerbe ausgezeichnet. So war denn in Georgetown wiederum der gut gepflegte koloniale Baustil sichtbar. In einem Teil davon leben die Chinesen, in einem anderen die Inder. So kann man denn wirklich innert weniger Minuten von einem Land ins andere wandern und die Eigenheiten dieser beiden Kulturen spüren, sehen und hören. Selbstverständlich spaziert man auch neben Moscheen vorbei, so dass dieser wirklich spannende Kulturmix auch hier gut zu erfahren ist. Nicht zu missen war für mich der etwas ausserhalb gelegene Guerney Drive, ein grosses Freiluftrestaurant mit unzähligen Ständen hauptsächlich mit chinesischen Köstlichkeiten und Leckereien. Nach einigen letzten Tagen in einem Bungalow direkt am Strand in Batu Ferringhi auf der Insel Penang gings dann nach etwas mehr als 2 Wochen jedoch schon wieder zurück nach Manila.
Mein nächstes Abenteuer wird mich ab Mitte Dezember einen Monat nach Myanmar und einen Monat nach Thailand bringen. Auf Myanmar bin ich vor allem wegen der touristischen Abgeschiedenheit und des intensiv gelebten budhistischen Glaubens sowie den alten Kulturdenkmälern sehr gespannt. In Thailand stehen dann die alte Hauptstadt auf dem Programm sowie einige von mir noch nicht besuchte Inseln wie Ko Samui. Der Reisebericht hierzu wird im März 2009 hier stehen.
Also noch allen Bloglesern eine schöne Weihnacht und ein erfolgreiches und inhaltlich spannendes 2009 !

1: Flash Gordon in Kuala Lumpur
2. Zwischen den beiden Petronas Towern auf den Spuren von James Bond / On the Skybridge looking for James Bond
3: Shoppen bis zum Abwinken / Shop till you drop
4: Strassenküche in Kuala Lumpur / Street kitchen in KL
5: im chinesischen Tempel / in a chinese temple
6: im Vogelpark / in the bird park
7: im Schmetterlingspark / in the butterfly park
8: im Regen / when it rains it pours...
9: japanisches Essen / japanese food
10: Jonkers Market in Melakka
11: chinesische Tanzübungen in Melakka / chinese dance in Melakka
12: Sicht von meinem Bungalow in Batu Ferringhi / from my bungalow in Batu Ferringhi
13 / 14: Strassen Restaurants / street restaurants in Guerney Drive Georgetown
15: wallaby night in Batu Ferringhi