24 March 2010

29. Kolumbien für Anfänger

Kolumbien ist das Land:

- wo man geriebenen Käse auf den Fruchtsalat streut
- wo ich bis jetzt am meisten glückliche und aufgestellte Kinder gesehen habe
- wo die Randsteine zum Teil so hoch sind dass man fast eine Bergtour machen muss bis man wieder oben ist
- das 28 mal grösser ist als die Schweiz, aber 5 mal weniger Einwohner pro km 2 hat
- wo man nach jeder Busreise in einer anderen Vegetations- und Klimazone aussteigt
- wo das Prinzip gilt: je grösser der Busen desto grösser der Ausschnitt
- mit den mit Abstand meisten Polizisten und Militärs, die ich je in einem Land gesehen habe. Sei es mitten in der Nacht durch eine Polizeisperre auf der Landstrasse oder mitten im Tag am Strand: ständig wird man von Polizisten und Militär beschützt / verfolgt
- des Fleisches: ob auf 1 Teller, auf 2 Beinen oder in den eigenen 4 Wänden: das Prinzip ist, je mehr Fleisch und je üppiger desto besser. Fett im Fleisch gilt sogar noch als besondere feinschmeckende Delikatesse...
- das einem vom Sandstrand über Dschungel, Wüsten, Hochebenen bis zu Schneebergen alles bietet
- wo Pommes Frites meist am ehesten mit Ölschwämmen gleichgestellt werden können
- wo es einen Fernsehsender gibt, der 24 Stunden am Tag nur Pornos zeigt
- wo Ausgang eigentlich nur am Samstag stattfindet und das nur ab Mitternacht
- wo die Südkoreaner in Massen auftreten, jedoch nur in den Städten, nur in gelb, auf 4 Rädern und mit Taxi angeschrieben
- ein grosser Busen nicht mehr in Melonengrösse, sondern bereits im Kürbisformat gemessen wird
- wo die Jugos keine vielgeliebte Volksgruppe, sondern ein wohlschmeckender Fruchtsaft ist
- das dem schlechten Ruf überhaupt nie gerecht wird
- die Leute sehr hilfsbereit sind und einem unaufgefodert Rat geben - sehr ungewohnt zu Asien, wo es bei solchen Gegebenheiten eigentlich nur darum geht, einem Geld aus der Tasche zu ziehen
- wo das Essen meist aus Fleisch / Huhn / Fisch gemischt mit einer Kombination von Reis / Yucca / Kochbananen / Bohnen / Pommes Frites / Salat besteht. Bei einem Menu gibt es noch eine Suppe vorher, entweder eine Fettgschlüder- oder eine Fischgrätensuppe.
- wo bei Festen zum Durst meist nur Whisky pur getrunken wird. So ist die kleinste Bestelleinheit gleich eine ganze Flasche. Da man auch immer in der Gruppe weggeht ist ja das auch kein Problem. Zum Pegelfüllen geht es vor dem Ausgang zum Liquorshop
- wo man selbst zum Carnaval unter brütender Sonne noch mit Jeans bekleidet feiert - die lateinische Form muss auch hier gewahrt bleiben

23 March 2010

28. Kolumbien / Ecuador 2


Cali, 20. - 23. Januar

Wieder mal früh aufstehen, denn die Reise von Pasto nach Cali im superbequemen Bus dauert seine 8 Stunden und ich möchte noch am Tag in Cali ankommen. Ich bin früh genug am Terminal, so dass ich in Ruhe das Frühstück einnehmen und mich für die Reise eindecken kann.
Die Fahrt selber ist wiederum spektakulär und führt durch riesige schroffe Schluchten. Wie froh bin ich dann beim Aussteigen, als mich sommerliche Temperauren begrüssen und ich endlich meinen Pullover nicht montieren muss. So wärme ich mich erstmals 2 Tage auf, bevor ich mich weitermache nach Armenia. Per Email habe ich nun von meinem Kollegen Andy in Cartagena erfahren, dass wir die ganze Zeit des Carnavals in Barranquilla, der kolumbianischen Stadt mit dem berühmtesten Karnaval, verbringen werden. Wie freue ich mich drauf !

Armenia, 23. - 25. Januar
Wieder einmal per Bus geht es weiter zur dritten und letzten Stadt in der Kaffeezone nach Pereira und Manizales, die nach einem Erdeben so stark verwüstete Stadt Armenia. Leider ist dann die Fahrt dorthin nicht besonders schön, denn im Busterminal von Cali versuchte eine Gruppe von Jugendlichen mit dem altbewährten Ablenkungstrick mich erneut zu bestehlen aber gottlob erfolglos, denn ich habe die Masche frühzeitig gerochen. Beim Bus selbst ist dann die Klimaanlage und die Ventilation kaputt, so dass wir unter saunaähnlichen Bedingungen in langen 3 Stunden nach Armenia fahren. Nur gut habe ich mich entschieden hier Zwischenhalt zu machen und so kann ich diesen Tropenbus verlassen. Besonders schön in Armenia ist die nette Fussgängerzone und so verbringe ich 2 angenehme Tage in dieser unspektakulären Kleinstadt. Ein Dessert hat es mir besonders angetan: Ein Fruchtsalat mit frischen Früchten und mit einer Milchcrème gefüllt sowie mit 2 Eiskugeln getoppt. Ahh wie fein !!!

Bogota, 25. - 26. Januar
Heute ist wieder einmal Berg- und Talfahrt angesagt: In 8 Stunden geht es vom auf 1600 m gelegenen Armenia immer zwischen 400 und 3200 m durch atemberaubende und teils bizarre Schluchten. Dabei durchqueren wir unzählige verschiedene Vegetationszonen, schön am Wegesrande flankiert durch ein Heer von Soldaten mit schussbereitem Gewehr. Am späten Nachmittag kommen wir in Bogota an und dank der netten Hilfe einer Tourismusangestellten im Busbahnhof finde ich eine Unterkunft in Fussnähe - so meine ich jedenfalls. Die Adresse ist Calle 23 F Carrera 73 F Nummer 23. Selbst für lokale Kolumbianer, die ich mehrmals fragen muss, eine echte Herausforderung ! Schliesslich komme ich aber doch noch an und zum krönenden Abschluss des Tages zieht mich wieder einmal ein Stück Fleisch als Nachtessen an und so verspeise ich ein göttliches Stück Rind von sicher 500 g. Auf dem Nachhauseweg werde ich jedoch wieder von den arktischen Bedingungen hier in Bogota eingeholt und so fröstele ich mich trotz meines dicken Pullovers nach Hause.

San Gil, 26. - 27. Januar
Der letzte kalte Morgen ! Endlich ! Von der vom Gastgeber versprochenen Fahrt zum Busterminal wird aus unerfindlichen Gründen leider nichts und so mache ich mich halt zu Fuss dorthin. In wenigen Stündchen kommen wir mit dem Bus im netten Dörfchen San Gil an und ich mache den Fehler, ein Zimmer ohne Klimaanlage zu nehmen. Denn es ist nicht nur warm, sondern so richtig tüppig heiss. Das hat den Nachteil, dass ich trotz Ventilator erst um 2 Uhr nachts schlafen kann und entsprechend gerädert aufwache. Am anderen Morgen besuche ich in den Bergen das Dorf Barichara, das wegen der kolonialen Architektur noch ganz nett anzusehen ist aber auch hier ist es brutal heiss. So mache ich mich bald wieder auf den Weg nach San Gil und beschliesse, gleich weiter nach Bucaramanga zu fahren.

Bucaramanga, 27. - 30. Januar
Die Fahrt ist wiederum spektakulär: Obwohl die Fahrt nur 2 Stunden dauert geht es die meiste Zeit entlang einer riesigen 1200 m tiefen Schlucht, die mich an eine Mischung von Schöllenenschlucht, Vorderrheintal und der Wüste in Arizona erinnert. Dann kommen wir in Bucaramanga an: wow das tönt für mich etwa so geheimnisvoll wie der Bösewicht Scaramanga im James Bond Film. Die Realität ist dann nicht ganz so geheimnisvoll ausser als ich auf der Restaurantsuche in der Innenstadt partout keines entdecke und nur dank der Hilfe einiger Bewohner den Weg zu einem feinen Stück Fleisch finde. Die Stadt selber ist sehr nett, mit einem angenehmen Klima und gefällt mir ausgesprochen gut, ausser das halt das Meer wieder fehlt. Dafür ist mein Zimmer der Hammer: Selbst in der Dusche reicht es noch für eine zünftige Tanzeinlage...

Santa Marta, 30. Januar - 4. Februar
Nach einer schönen Zeit geht es endlich wieder ans Meer, das ich schon so vermisst habe: Doch aus dem geplanten gemütlichen 8 stündigen Fährtchen wird leider nichts, denn erst nach einer fast 12 stündigen Bummelei kommen wird nach Dunkelwerden in Santa Marta am Meer an. Dank der gütigen Unterstützung des Taxifahrers finde ich ein nettes Hotel in Meeresnähe mit Klimaanlage inklusive für knapp 20 USD. Mein Lonely Planet Reiseführer taugt für einmal in Kolumbien überhaupt nichts denn der hat sich fast nur auf schrottreife Hostels für Budgettravellers sowie auf Luxusreisende beschränkt. Beim Ausgang abends um 8 schwahnt mir dann schlimmes: Noch immer zeigt das Thermometer über 30 Grad an und keine Restaurants haben Klimaanlage. So nehme ich wahrlich im eigenen Saft mein Nachtmahl ein... Am nächsten Tag fahre ich einige Kilometer an einen schönen Strand in El Rodadero und verbringe einen echt erholsamen Sonntag am Strand. Nur einem Vergleich mit den Brasilianern bezüglich Strandleben können die Kolumbianer nicht standhalten, das kommt mir so etwa vor wie Autofahren mit angezogener Handbremse. Den nächsten Tag verbringe ich in der Stadt und es ist hammer-granatenheiss für meinen Geschmack: Selbst am Schatten beim Mittagessen messe ich über 34 Grad ! Das ist eindeutig zuviel für mich und ich kriege einige Bedenken bezüglich der nächsten Wochen hier an der Karibikküste von Kolumbien. Am Nachmittag flüchte ich mich jedenfalls in mein gekühltes Zimmer zum Abkühlen und Ausruhen....
Weitere 2 Tage verbringe ich am Strand, sowohl nördlich in Tagunga als auch wieder in El Rodadero. So lässt es sich nun wirklich aushalten.

Riohacha, 4. - 6. Februar
Die Fahrt geht heute in knapp 3 Stunden nach Riohacha, das sich an der Grenze zum Nirgendwo und nur ca. 1 Stunde von der venezolanischen Grenze entfernt befindet. Die ersten beiden Hotels am Strand sind zu meiner Überraschung voll und das dritte ist eine Bruchbude, für das sie einen gesalzenen Preis verlangen. Sehr untypisch dünkt mich das Ganze für Kolumbien ! So lande ich schlussendlich in Hotel Nr. 4, einer familiären Bleibe. Das Zimmer hat leider auch nicht viel mehr als Zellengrösse, immerhin passt nun der verlangte Zimmerpreis besser zum Gebotenen. Die Stadt selber ist nicht der Rede wert und die Strandpromenade absolut nicht ausgebaut. Nur ein einzelner Anbieter vermietet Stühle und so verbringe ich den zweiten Tag am Strand. Ich bin der einzige Gast und am Nachmittag setzt noch ein strammer unangenehmer Wind ein, der mir feinsten Sandstaub erfolgreich bis in die letzten Ritzen meines Körpers bläst. So muss ich notgedrungen bald den Rückzug antreten vor diesem unangenehmen Wind, der gemäss Aussage der Bewohner hier ganz normal ist. Ha, vielen Dank, hier will ich nicht bleiben !
Am Abend findet ein Umzug als Vorfasnachtsveranstaltung statt und es kommt leider so wie ich es schon von Brasilien her kenne: Schon bei der ersten Tanzgruppe, die an mir vorbeidefiliert, rennen Gruppen von Jugendlichen einander hinterher und versuchen offensichtlich einen Dieb zu fangen. Die ganze Stimmung lädt sich sofort in Gewalt auf und bleibt unruhig. Ah wie ich das hasse ! So bleibe ich dem Umzug auf Distanz und lasse das Ganze aus sicherer Entfernung an mir vorbeiziehen.

Cartagena, 6. – 12. Februar
Heute folgt bereits schon die letzte längere Busfahrt meiner Ferien, es geht in 7 Stunden nach Cartagena. Der Bus ist für meine Beinlänge nicht gerade optimal und so muss ich alle paar Minuten von der einen zur anderen Stellung wechseln. Gespannt komme ich schliesslich am späten Nachmittag in Cartagena an. Bereits bei der Taxifahrt merke ich, dass hier andere Regeln gelten als im übrigen Kolumbien, denn die Fahrt ist viel teurer als sonst. So schaue ich mir die wirklich schmucke und berühmte Altstadt von Cartagena an. Noch nie habe ich so viele ausländische Touristen gesehen wie hier, die stehen sich ja fast auf den Füssen ! Das wirklich Verwirrende für mich in der Altstadt sind aber die Strassennamen: so wechseln diese innerhalb der gleichen Strasse von einer Kreuzung zur nächsten, also als Orientierung unbrauchbar ! So bin ich denn froh, dass ich nach 2 Tagen Andreas treffe, einen ehemaligen Arbeitskollegen, der jetzt hier in Cartagena wohnt. Seine Wohnung etwas ausserhalb von Cartagena ist der Hit: direkt am Strand und vom Balkon aus den Sonnenuntergang zu geniessen das ich wirklich super. Gemeinsam haben wir eine wirklich tolle Zeit, bevor es dann zusammen an den berühmten Carnaval nach Baranquilla geht.

Barranquilla, 12. – 16. Februar
Dank Andy können wir bei kolumbianischen Freunden übernachten und wie immer in Kolumbien sind das nicht nur 2 oder 3 sondern gleich 20 oder 30 und so verbringen wir den gesamten Carnaval grösstenteils zusammen. Am ersten Tag beginnts direkt nach dem Frühstück: mit Saufen ! So bin ich bereits nach dem ersten verdrückten Bier morgens um 10 ein Aussenseiter, denn ich schlage das zweite aus und quäle mich stattdessen immer noch mit dem grauenhaften Geschmack des ersten herum. So wanken wir alle an die Umzugsstrecke, wo wir nobel auf der Tribüne Platz nehmen. Jetzt wird auch schon auf Whisky pur gewechselt und die Flaschen leeren sich schneller als ich nüchtern noch schauen kann. So lässt man den Umzug auch fast teilnahmslos an sich vorbeiziehen, nur bei der tribüneneigenen Band wird man von Zeit zu Zeit etwas warm. Nach einiger Zeit des Umzuges und ohne dass der Funken mal von den Umzugsteilnehmern auf die Zuschauer übergesprungen ist hocken alle besoffen und müde auf den Rängen bevor man sich im Laufe des späteren Nachmittags dazu entschliesst, nach Hause zu gehen. Der Umzug selber hat mich gerade auch im Vergleich zu Brasilien enttäuscht, denn fast keine Band hat live gespielt und mitunter gab es auch Wagen mit Technomusik wie an der Zürcher Streetparade. Na ja dann kann es ja nur noch besser werden... Nach einem kurzen Ausnüchterungsschlaf geht die Sauferei am Abend munter weiter und wir gehen an einen Ort an dem es noch toll sein soll. Dieser Ort ist sehr kurios: Die Musik ist wiederum aus der Konserve und quer über eine Strasse stehen die meisten Zuschauer, die ständig darauf aufmerksam gemacht werden nicht auf der Strasse zu stehen, weil die Polizei dann nicht durchfahren kann. Wo sollen die denn sonst stehen ? Na ja zum Saufen reicht es ja noch und so werden wieder literweise Bier und Whisky in die Binsen geleert. So langsam verliere ich die Lust daran, mal schauen wie es morgen wird !
Tja am zweiten Tag gibt es wiederum einen Umzug, diesmal einen klassischeren, allerdings mit weniger Zuschauer als gestern, weil offensichtlich viele schon nicht mehr fähig sind zeitig aufzustehen (der Umzug hat um 1300 begonnen...). Die Stimmung ist noch mieser als gestern, also schmiert man sich in natürlich wiederum sehr alkoholfroher Stimmung mit Maizenapulver ein und sprüht sich mit so einem ekligen Schaum voll. Wow ist das lustig.... Am Abend soll dann das sogenannte Highlight folgen: Livekonzerte mit berühmten kolumbianischen Bands ! Ich freue mich mal lieber erst im stillen... Als wir dann dort abends um 9 ankommen kocht die Stimmung auch tatsächlich und die Leute tanzen und singen ! Leider soll das dann auch das letzte Mal an diesem Abend gewesen sein. Erstens ist es extrem eng gestuhlt, so dass man nur die Möglichkeit hat zu sitzen oder dann die Plastikstühle zusammenzustellen, damit man eine kleine Fläche zum Tanzen frei hat. Zweitens gibt es kein Bier, also leert man halt Whisky pur zum Durstlöschen in sich rein, die Flasche zu 150 Dollar ! Drittens haben es alle anderen Bands bis morgens nach 3 nicht mehr fertig gebracht, die Leute zum Festen zu bringen und spielen ihre Stücke meist ziemlich emotionslos runter. Und viertens hat ein konstanter Duft aus den bereitgestellten mobilen Toiletten dazu beigetragen, dass die Stimmung etwas gedämpft blieb. Wenn da nur nicht die horrende Eintrittsgebühr von 100 Dollar gewesen wäre... Am dritten und letzten Tag wird eine Band direkt nach Hause bestellt und die ganze Sippe vergnügt sich zuhause. Das ist echt schön und aufgestellt ! Ich frage mich nur wie die Stimmung ohne diese Mengen an Bier und Whisky wäre.... Am Abend sind wir dank Beziehungen backstage beim grössten Livekonzert des Carnavals mit unzähligen Gruppen, die Salsa, Vallenato, Cumbia und Tropical spielen. Schön, aber mit der Zeit mühsam, da es keine Möglichkeit gibt, sich zu setzen. So nimmt der Carnaval von Barranquilla sein zähes Ende.
Fazit: 1. Der Carnaval ist eine riesige Sauferei.
2. Leider springt der Funke während der ganzen Zeit fast nie auf die Zuschauer über
3. Das Ganze geht durchwegs gesittet und friedlich über die Bühne sowie ohne irgendwelche Diebstahlsversüche und unterscheidet sich in diesem Punkt wohlwollend vom Carnaval in Brasilien.

El Rodadero, 16. Februar - 10. März
Direkt am nächsten Morgen verabschiede ich mich von allen und fahre mit dem Bus direkt an mein abschliessendes Ferienziel El Rodadero bei Santa Marta und geniesse schöne und erholsame, zum Teil horrend heisse Tage bis zu 35 Grad am Schatten. Sogar die Strassenhunde buddeln sich bei diesen Temperaturen ein Loch im Sand, um sich darin etwas abzukühlen. Die Kolumbianer machen es wie immer, sie trinken Bier und ich leide und tropfe still vor mich hin. Gottlob sind es aber nur wenige Tage mit solchen Temperaturen, der Rest ist dann einfach nur noch tropisch heiss....

Heimweg über Bogota, Costa Rica, L.A. und Honolulu nach Manila, 10. - 13. März
Meine Ferien sind endgültig zu Ende und meine Heimreise steht als letzter Punkt auf meinem Programm. Doch diese Heimfahrt hat es in sich: In 3.5 Tagen (Lokalzeit), gesamthaft 5 Flügen mit total 26.5 Stunden Flugzeit übernachte ich in 5 verschiedenen Ländern, neben Kolumbien in Costa Rica und Los Angeles, einer virtuellen Nacht in der Luft und schlussendlich wieder zuhause in Manila.
So sieht zumindest die Theorie aus. Doch es kommt natürlich ganz anders: Bereits in Bogota wird mir verweigert, nach Costa Rica zu fliegen, dort einzureisen und eine Nacht zu verbringen, da man offensichtlich eine Gelbfieberimpfung braucht, wenn man aus Südamerika anreist. Wie soll ich denn das wissen ? Ich bleibe ganz gelassen, denn schliesslich muss ich eh wegen eines Fehlers der Fluggesellschaft eine zusätzliche Nacht einlegen. So fliege ich schliesslich direkt weiter nach L.A. ohne dass ich eine Hotelreservation habe. In L.A. ist dann aber alles vorbereitet und ich lande für 2 Nächte in einem tollen Hotel und habe einen ganzen Tag, um mich nach fast 20 Jahren wieder auf Spurensuche nach meinem damaligen Studienaufenthalt an der Universität UCLA zu machen. Ich bin ja gespannt was sich so alles verändert hat...
So mache ich mich am nächsten Morgen auf den Weg und bin erstmals erstaunt, dass ich mich per Metro in dieser für mich amerikanischten aller Städte der USA bewegen kann. Ein Tagespass mit den Buslinien inbegriffen kostet sogar nur 5 Dollar ! Das freie Amerika begrüsst mich auch sofort: auf dem Bahnsteig sind Tafeln mit 9 Verboten und von meinem Sitz in der Metro aus zähle ich sage und schreibe 17 ! verschiedene Verbotstafeln und 2 Warnungen (ich habe mehrmals gezählt es stimmt wirklich). So ist es beispielsweise bei Androhung einer Busse von 250 Dollar und 48 Stunden gemeinnütziger Arbeit verboten laut zu sein, zu essen oder zu trinken.... Gut sind diese Hamburger so schnell verzehrt, dass die einem nicht auch noch in die Metro verfolgen und einem ein teures Mahl bescheren. Oh du freies Amerika wie ist das schön !
So fahre ich bei Totenstille im Abteil nach Hollywood und marschiere zu Fuss auf dem Walk of Fame dem Kodak Theater entlang, wo die Oscar Verleihung vor nicht mal einer Woche stattgefunden hat, weiter entlang der Melrose Avenue mit all diesen verrückten Geschäften und durchgeknallten Menschen, die alle speziell toll und wichtig sein wollen, durch Beverly Hills mit all diesen fleischgewordenen Äusserlichkeiten bis ich nach ein paar Stunden müde endlich den Bus nehme, der mich noch das letzte weite Stück nach Westwood bringt, wo ich damals studiert habe. Vieles erkenne ich auch sofort wieder und es ist wirklich toll, sich in diesem Amerikanismus zu bewegen. Ich fühle mich auch wirklich ganz easy und great, lasse mich beim Mittagessen cool von der Sonne verwöhnen und beobachte all die geschäftigen Studenten, die sich als Vorbereitung für eine erfolgreiche Business Karriere abrackern. Mit dem Bus fahre ich volle 1.5 Stunden auf dem prachtvollen Wilshire Boulevard wieder zurück nach Downtown. Jetzt fällt es mir so richtig auf, wie hier die Finanzkrise zugeschlagen hat: In vielen dieser prachtvollen Bauten glänzt nur noch das Schild der Bank, die dort einmal war. Innen ist alles leer und ausgeräumt, nur noch dei Tafel des Brokers hängt schief an der Fassade, der offensichtlich verzweifelt neue Mieter sucht. Pleite, Konkurs, Aus ! Auch viele der Filialen der Bank of America sind geschlossen, Downsizing nennt man das. Gemein ist all diesen Gebäuden nur, dass sie von aussen alle ganz prächtig aussehen. Leere Hüllen, das ist das Resultat der globalen Finanzkrise... Eine schauerliche Erfahrung !
Mitten im Feierabendverkehr fahre ich mit der Metro noch nach Long Beach. Selbst jetzt ist die Metro nicht mehr als gefüllt, fast niemand muss stehen. Trotzdem dass soviele Leute in Downtown arbeiten sehe ich nur ganz wenige dieser geschäftigen Krawattenträger in der Metro. Die bewegen sich immer noch lieber zusammen mit Millionen anderer in ihren riesen Schlitten auf den geheiligten Autobahnen. So ist denn der öffentliche Verkehr immer noch nur ein Verkehrsmittel für die armen Leute, sprich für Schwarze und Hispanics, die sich kein Auto leisten können - wie schon damals vor 20 Jahren.... Etwas sonderbar ist dann noch, dass die Geleise der Metro über eine längere Strecke genau zwischen eine Autobahn gelegt wurden und so fühlt man sich auch als armer Metropassagier akzeptiert und integriert in die totale auto-Mobilität dieser Monsterstadt eingebettet zwischen den beiden Fahrtrichtungen dieser Autobahn mit jeweils 6 Spuren. Als ich kurz vor Redondo Beach, einem populären Wohnort, meine Metro verlasse, befinden sich wohl nicht mal mehr 10 weitere Fahrgäste darin. Und so findet ein wundervoller sonniger Tag nach dem Sonnenuntergang in einem fantasischen Abendrot sein würdevolles Ende....

So gehen meine nächsten Ferien in die Geschichte ein. Ferien, die mich wieder haben neue Länder entdecken und neue Menschen kennenlernen lassen. Ferien in Lateinamerika bieten nie die gleiche kulturelle oder kulinarische Faszination wie in Asien, bieten aber eine atemberaubende Landschaft und Menschen, die humorvoll, sehr offen und warmherzig sind. Wie schade, lassen sich nicht die für mich positiven Eigenschaften wie in einem grossen Topf zusammenmischen und ein neues Land entstehen. So werde ich halt bald wieder mein Bündel schnüren und mich wieder aufmachen zur Entdeckung neuer Perlen auf unserem unendlichen Planeten.



1-2: Barichara
3: Unterwegs nach Santa Marta
4: Santa Marta
5-6: El Rodadero
7-13: Cartagena
14-17: Carnaval in Barranquilla

20 March 2010

27. Kolumbien / Ecuador 1


Manila-Bogota 14. - 19. Dezember
Nach viermaligem Schuheausziehen, 20 maligem Zeigen der Bordkarte und unendlichem Passieren durch den Metalldetektor komme ich nach 3maligem Umsteigen in Honolulu, Los Angeles und San Jose in Costa Rica nach einer reinen totalen Flugzeit von fast 24 Stunden endlich in der Hauptstadt von Kolumbien, in Bogota, an. Direkt am Ausgang werde ich von meinem ehemaligen Schweizer Arbeitskollegen Roger freudig und herzlich empfangen. Seit ca. 8 Jahren haben wir uns nicht mehr gesehen ! Die nächsten paar Tage wohne ich bei ihm in seinem Hause ausserhalb von Bogota. Statt mich nach diesen Strapazen gleich zu ihm nachhause zu fahren, beginnt gleich am Flughafen das von Roger auf die Beine gestellte straffe Besuchsprogramm (obwohl schon seit über 30 Jahren im Ausland bleibt halt ein Schweizer seinen Prinzipien treu, mhh das geht mir ja auch so...) mit einer Fahrt in der Seilbahn zum auf 3200 m gelegenen Aussichtspunkt Monserrate, wo wir einen exzellenten Ausblick auf die riesige Stadt Bogota mit ihren ca. 10 Millionen Einwohnern geniessen. Selbst bei wenigen Schritten komme ich hier als Meereshöhenbewohner ganz schön ins Schnaufen. Weiter habe ich wiederum Mühe mit der trockenen Luft aber vor allem auch mit der Kälte: Sobald die Sonne weg ist, die hier oben in der Nähe des Äquators brennend heiss wird, wird es empfindlich kalt und ich muss mir den dicken Pullover montieren. So etwas habe ich noch nie erlebt. Oh je und nachts wird es noch schlimmer, da sinken die Temperaturen so auf ca. 10 Grad. Das wir ja noch lustig, da ich auch gerne mal auf 5000 m hoch gehen würde. Die folgenden Tage sind nun gespickt mit Besichtigungspunkten aus Rogers Besuchsprogramm sowohl in Bogota als auch ausserhalb. So lerne ich eine riesige, europäisch anmutende Stadt mit sehr offenen und tollen Leuten kennen und gleichzeitig auch einen 180 Grad Schwenker in der Mentalität verglichen zu meinem asiatischen Umfeld. Selbst nach mehreren Tagen in diesem Land muss ich noch immer den überaus grossen Kulturschock überwinden. Bei einigen Sachen kommen mir auf alle Fälle fast die Tränen... Der Rest ist privat......

Medellin 19. - 23. Dezember
Etwas mulmig ist es mir schon zumute, als ich nach einigen Gläsern Abschied und 3 Stunden Schlaf zum Busbahnhof fahre, denn heute geht es nach Medellin. Na ja, was man so alles schon von dort gehört hat... Escobar und so... Trotz eines 2 stündigen unfreiwilligen Halts in den Bergen wegen eines Verkehrsunfalles (ohne Besuch dieser berüchtigten Truppe, die bekannt dafür ist, Ausländern den Besuch in Kolumbien um einige Jahre zu verlängern) verläuft dann aber die 13 stündige Busfahrt genau so wie schon der Aufenthalt in Bogota: Sehr ruhig und unspektakulär. In der durch Pablo Escobar zu Ehren gekommenen Stadt Medellin geht es genau so ruhig weiter: Das bei weitem spektakulärste sind die riesigen Ausschnitte bei den Frauen nach dem Motto: Je mehr Oberweite desto mehr Ausschnitt. Man sagt, dass sich erst 15 jährige Mädchen aus den Armenvierteln schon ihren Busen vergrössern lassen, bezahlt von ihrem im Drogenhandel involvierten Freund so quasi als Vorausinvestition für seine eigenen dubiosen Machenschaften. So sind zum Teil die Aus- und Einblicke spektakulärer als die atemberaubende Landschaft, bei der man in kurzer Zeit 1000 Höhenmeter steigt oder sinkt.... Bei weitem nicht so ruhig verläuft leider die erste und einzige Nacht im Schlafsaal des Hostels zusammen mit 5 anderen Bewohnern, die am Samstagabend alles andere als nach einer kurzen Nacht und einer langen Busfahrt wie bei mir nur noch Schlafen wollen und so geht der Drogenkonsum und das Lärmen bis um 2 Uhr nachts, bis die dann endlich in ihren wohlverdienten Ausgang gehen. Medellin stellt sich dann in den nächsten Tagen als normale, geschäftige, typisch südamerikanische Stadt im Vorweihnachtsrummel dar mit wiederum sehr liebenswürdigen und offenen Leuten (nicht nur beim Ausschnitt) ! Der Tourismus ist schlicht inexistent und so treffe ich denn ausser in dieser dubiosen Absteige während meines ganzen Aufenthaltes keinen einzigen anderen Touristen an. Nach einigen Tagen Vorweichnachtsrummel in der sehr schön dekorierten Stadt mache ich mich auf zu meinem nächsten Ziel Manizales.

Manizales, 23. - 28. Dezember
Da mir im Hostel in Medellin von der zwielichtigen Receptionistin versprochen wurde, dass es überhaupt kein Problem sei ein Ticket zu kriegen, ging ich denn um 9 am Morgen frohen Mutes zum Busbahnhof. Bei der ersten Busgesellschaft verkehren an diesem Tag keine Busse, bei der zweiten gibt es gar keine Busse nach Manizales und bei der dritten habe ich erst am Abend einen Sitzplatz. So bin ich denn ziemlich frustriert in diesem anonymen Betonklotz und richte wohl die Aufmerksamkeit der unzähligen Polizisten auf mich. Nach weiterem Durchfragen nennt mir jemand die Gesellschaft Occidental und so mache ich mich mit meinem Gepäck auf die Suche nach dem richtigen Schalter. Es kommt wie man es natürlich nicht erwartet, denn genau vor diesem Schalter hat es bei weitem die längste Schlange. Als ich dann endlich an der Reihe bin gibt es keine Direktbusse nach Manizales sondern nur ins benachbarte Dorf Chinchina. So kaufe ich mir dann ein Ticket in dieses unbekannte Dorf und werde dann aber schon von den ersten Leuten angesprochen, dass das überhaupt kein Problem sei und sie mir dann helfen würden. Etwas suspekt über so viel Freundlichkeit (ich kenne die Tricks solcher Leute aus Asien) steige ich dann bereits eine halbe Stunde später in den Bus ein und habe das Vergnügen einer reizenden kolumbianischen Schönheit als Nachbarin, die mir während der folgenden 4 1/2 Stunden die Reise versüsst. Leider ist es für mich auch harte Arbeit, denn zum lauten Film der läuft redet sie unheimlich schnell und leise und verschluckt noch die Hälfte. So verstehe ich leider auch nicht viel und aus Höflichkeit kann ich mir ja auch nicht alles dreimal wiederholen lassen. So starre ich denn gebannt auf ihre wundervollen Lippen und Augen und bin mit meinen Gedanken hinderlicherweise auch nicht besonders bei der Sache. Leider kann ich auch nicht allzuoft gucken, denn die Strecke ist unglaublich kurvig und bergig und so muss ich schauen, dass ich nicht auch noch diese dunklen Plastiksäcklein benutzen muss, die anfangs der Fahrt vom hilfsbereiten Angestellten der Busgesellschaft an alle Passagiere verteilt wurden und mittlerweilen auch vereinzelt schon benutzt werden. Beim Dorf Chinchina steige ich durch die vielen gravitatorischen und visuellen Einwirkungen gerädert aus und tatsächlich ist der nette Typ vom Busbahnhof in Medellin wieder da und begleitet mich ohne weitere Absichten direkt zum Kleinbus, der mich nach Manizales bringt. Die Topographie dieser Stadt etwa von der Grösse von Zürich ist sensationell: Vollkommen in die Hügellandschaft eingebettet ist die Hauptstrasse direkt auf der Krete und von dort fallen die Wohnquartiere zu beiden Seiten steil ab und schmiegen sich in die benachbarten Hügel ein. So gibt es fast keinen Meter horizontale Strasse, bei den steilsten kriegt man beinahe Höhenangst. Zwischen dem unteren Teil der Stadt und dem oberen verkehrt sogar eine eigene Gondelbahn ! So lasse ich es mir in den nächsten Tagen in dieser speziellen Stadt gutgehen und friere mir jeweilen nachts wieder was ab. Da lasse ich mich dann lieber am Tage von der Stimmung tragen und verzaubern und geniesse erstmals auch diese spezielle südamerikanische Stimmung mit der tollen Musik von Cumbia, Vallenato und Konsorten. Das Wetter ist leider während der ganzen Zeit nicht besonders, so regnet es beharrlich jeden Nachmittag mehr oder weniger stark und lang. Der Ausblick auf den berüchtigten Vulkan Nevado del Ruiz ist dann auch nur kurz an einem Nachmittag möglich.

Pereira, 28. Dezember - 1. Januar
Nach einigen geruhsamen Tagen hier in den Bergen mache ich mich auf nach Pereira, das nur etwas mehr als eine Fahrstunde von Manizales enfernt liegt. Wieder geht es durch eine spektakuläre Landschaft, wo selbst an extrem steilen Hängen Kaffee angebaut wird. Die Hügel sind wirklich so steil, dass ich mich selbst in guten Schuhen ungerne unangeseilt rein begeben würde. So komme ich schon bald in Pereira an das bekannt ist durch eine etwas ungewöhnliche Statue von Simon Bolivar, denn er sitzt in dem nach ihm benannten Park mitten in der Stadt nackt auf einem galoppierenden Pferd. Das verrückte dabei ist, dass ich mich innerhalb einer Stunde von einer Bergstadt nun in eine Stadt begeben habe, die auch irgendwo am Mittelmeer sein könnte (leider ohne das Meer). Wiederum lasse ich mich von der Intensität dieser kolumbianischen Stadt verzaubern und verbringe schöne Tage hier. Leider wird der Sylvester ein besonderer Reinfall, denn obwohl mir mehrere Leute geraten haben, im Stadtzentrum zu bleiben, da es hier Live Musik und alles drum und dran gebe, bin ich dann neben einigen Stadtstreichern und anderen verlorenen Kreaturen ab 8 fast der einzige. Die Live Musik war letztes Jahr und für dieses Jahr leider nicht geplant. Mit Glück finde ich überhaupt noch ein Restaurant das noch geöffnet ist (natürlich ein Chinese, der so typische chinesische Gerichte wie Wienerschnitzel anbietet). So mache ich mich um 11 frustriert nach Hause und verbringe den Übergang ins neue Jahr mit der spanisch sprechenden Version von Terminator 3. Frohes neues Jahr !

Cali, 1. - 4. Januar
Bereits am Neujahrsmorgen geht es wieder weiter nach Cali, der anderen berüchtigten Stadt nach Medellin. Tatsächlich werden gemäss Tageszeitung immer noch am meisten Menschen hauptsächlich wegen Drogen getötet, so hat aber diese Zahl in den letzten paar Jahren massiv abgenommen. So spaziere ich hier in Cali auch noch nachts um 2 sicher und entspannt nach Hause und fühle mich auch während der ganzen Zeit hier nie unsicher. So bleibt mir Cali, die von aussen betrachtet eine ziemlich nüchterne Millionenstadt ist, als subtropisches Salsa Paradies in Erinnerung, die wiederum mit faszinierend herzlichen Menschen glänzen kann.

Popayan, 4. - 6. Januar
Wiederum wechsle ich durch eine kurze Busfahrt die Klimazone: In 3 Stunden geht es im superbequemen Bus weiter südlich an die ecuadorianische Grenze und von ca. 1000 auf 1800 Höhenmeter nach Popayan. Saas Fee liegt auch so hoch, doch fehlen dort die Palmen und das angenehme sommerliche Klima. Nur am Abend ist dann wieder der Pullover angesagt und es wird etwas kühl. Das Umland ist sehr gebirgig und wild, nur Schade verbergen sich dort immer noch Rebellen. So sind ab Cali auch vermehrt bewaffnete Militärposten am Strassenrand, etwas, das ich bis jetzt noch nicht gesehen habe. Auch von den Menschen her ändert es sich, ich sehe nun häufiger indigene Menschen. Popayan selbst ist wohltuend anders als die Millionenstädte bisher, so hat es doch einen historischen Kern ausschliesslich mit Häusern kolonialen Baustils. Mein Hotel selbst ist auch ein solches, mitten im Zentrum gelegen und aus dem 17. Jahrhundert stammend. Ich geniesse die Ruhe hier, decke mich ordentlich mit gegrilltem Fleisch ein und plane meine nächsten Etappen. So sollte ich in 2 Tagen bereits schon in Ecuador sein. Ich freue mich sehr, denn ich sehne mich nun schon nach kulturellen Faszinationen, so wie ich es in Asien erleben darf. Die Landschaft und die Lebenslust der Leute ist zwar grossartig hier, aber kulturell halt auch ziemlich ähnlich wie in Spanien.
So freue ich mich auf eine neue Kultur (und frostige Temperaturen) in Ecuador aber dann gleichzeitig auch an die Zeit, die ich an der kolumbianischen Karibikküste verbringen werde, wo ich es dann ein bisschen ruhiger angehen und nur noch wenig den Standort wechseln will.

Ipiales, 6. - 7. Januar
Im Radsport bezeichnet man das wohl als Überführungsetappe, denn auf einen Schlag im Bus schaffe ich es nicht nach Ecuador und wegen diversen Warnungen möchte ich auch nicht nachts reisen. Zudem findet in der Stadt vorher, in Pasto, gerade Karnaval statt, der darin besteht, dass man sich mit allerhand farbigen Pulvers und Schaumes beschmeisst und das ist echt nicht meine Sache. Ich habe schon in Thailand am Songkran Festival meine Mühe, und dort geht es nur um Wasser...
Also geht es mit dem Bus wiederum in spektakulärer Landschaft von 1800 m durch atemberaubende menschenleere Schluchten immer zwischen 700 und 3200 m nach Ipiales, das sich auf der berühmten Panamericana nur wenige Kilometer von der ecuadorianischen Grenze enfernt befindet.

Otavalo, 7. - 9. Januar
Heute morgen geht es, nachdem ich noch bei einem vom Hotel empfohlenen dubiosen Geldwechsler mitten auf der Strasse Geld gewechselt habe, mit einem Minibus zur Grenze. Beim kolumbianischen Zoll bin ich nach 10 Minuten durch, der ecuadorianische Zoll lässt sich hier schon 50 Minuten Zeit. Genauso dünkt es mich sind auch die Verhältnisse in Ecuador im Vergleich zu Kolumbien, was ich in nächster Zeit noch erleben werde. Mit einem ähnlichen Minibus bin ich bald beim ecuadorianischen Busterminal, doch die Unterschiede zu Kolumbien sind gross: Ob die Ordnung in der Stadt, die Leute selbst, der Busterminal oder die Organisation des Busbetriebes: Alles ist mindestens eine Entwicklungsstufe hinter Kolumbien zurück. Nach einiger Zeit fährt dann aber mein Bus Richtung Quito ab. Ich selber steige auf halbem Wege in Otavalo aus, erstens da ich keine Lust wieder auf Grossstadt habe und zweitens, weil es hier offensichtlich einen berühmten Markt gibt, der vor allem von den verschiedenen Indiostämmen aus der Region frequentiert wird. Nach 3 Stunden komme ich an und mache mich von der Haltestelle an der Panamericana zu Fuss ins Dorf Otavalo. Der Markt selber ist dann ein wahrer Kontrast zu Kolumbien, so sind hier vor allem Indios und ich fühle mich schon eher in den Anden. Das Städtchen ist als solches wundervoll eingebettet zwischen 2 mächtigen Vulkanen über 4000 m. So verbringe ich eine schöne Zeit hier, nur die offeneren und ansehnlicheren Kolumbier vermisse ich schon. Zusätzlich ist die Hälfte der Srassenbeleuchtung nicht in Betrieb und kein Strom von 9 bis 12 am Morgen wegen offensichtlich ausbleibendem Regen und dadurch kleiner Stromproduktion in den Flusskraftwerken. Nachdem ich diese Märkte dann gesehen habe und ich mich zusätzlich mit einem warmen Alpaka Pullover zwecks Überstehen des wirklich kalten Wetters eingedeckt habe, zieht es mich schon bald weiter nach Quito.

Quito, 9. - 15. Januar
In einem baufälligen alten Bus fahre ich zusammen mit vorwiegend mürrisch dreinschauenden Indios im typisch schweizerischen Wetter (nasskalt und verhangen bewölkt) Quito entgegen und durchfahre auf ca. 3000 m den Aequator. Quito selbst ist auch nicht gerade eine einladende Stadt und so bin ich dann froh, dass ich nach einer längeren Taxifahrt vorbei an eher unterdurchschnittlichen Gebäuden und weiteren mürrischen Menschen endlich bei meiner Unterkunft ankomme. Da es Samstagabend ist (und bitterkalt) werfe ich mich in Schale, das heisst in meine beiden Pullover und den Schal und stapfe durch das nächtliche Quito, beim Ausatmen immer Dunst bildend. Uii wie freue ich mich wieder aufs Meer ! Die Ecuadorianerinnen sind zwar lateinisch nett aber damit hat es sich schon im Vergleich zu den Kolumbianerinnen... Nun ja zu später Stunde muss ich dann doch noch in so ein Tanztempel (leider nur langweiligen Trance oder so spielend)....
Die nächsten Tage spaziere ich durch die Stadt, auch durch die vom Reiseführer gepriesene offensichtlich schönste Altstadt in Südamerika und bin schlichweg enttäuscht ! Die Basilika ist zwar noch beeindruckend aber der Rest... na ja...... So zieht es mich bergwärts und besteige in einer schönen Tagestour den Vulkan Rucu Pichincha auf 4690 m gelegen. Immerhin führt eine nette Gondelbahn schon mal auf 4100 m hoch. Ich geniesse einen wunderschönen Blick auf die umliegenden schneebedeckten Vulkane und kann mich erstaunlich schnell an die Höhe gewöhnen. Nur meinen Plan, den über 5000 m hohen Iliniza Norte zu besteigen, lasse ich aus Bequemlichkeitsgründen fallen und nehme dafür an einer Tour zum Quilotoa Vulkan teil. Wenn ich damals gewusst hätte, dass es von jetzt an in Ecuador für mich nur noch bergab geht, wäre ich wahrscheinlich hier schon wieder nach Kolumbien zurückgekehrt. Doch so nimmt das Schicksal seinen Lauf....

Riobamba, 15. - 17. Januar
Nach fast einer Woche in Quito und nachdem ich mich endlich für mein weiteres Reiseprogramm entschieden habe geht es wieder mal per Bus ins etwa 4 Fahrstunden südlich gelegene Riobamba. Als ich einsteige ist ja noch alles OK doch als ich aussteige bemerke ich, dass mein Rucksack, den ich zwecks Vorsicht unter meinem Sitz verstaut habe, aufgeschlitzt wurde und von der hinteren Sitzreihe aus ich um mein Necéssaire, meinen Regenschutz, meinen Erste Hilfe Beutel sowie meiner Ladegeräte und anderer nützlichen Kleinigkeiten entledigt wurde. Bis ich ausgestiegen und ich realisert habe, dass ich das erste Mal in meinem Leben auf derart perfide Art ausgeraubt wurde, war natürlich mein Bus weg und ich stand da wie bestellt und nicht abgeholt. Voller Ärger laufe ich zum Hotel und ein Hotelangestellter führt mich dann zu einer Art Sattler, der mir auch den Rucksack wieder zusammennäht. Die Stadt selber empfinde ich als schlimm, voller schmutziger, ungepflegter, hässlicher und mürrischer Menschen und angefüllt mit hunderten von kleinen Läden, die alles zu haben scheinen aber selten meine Wünsche erfüllen können. Zusätzlich ist es stark bewölkt und ich sehe weder den im Moment aktiven Vulkan Tungurahua noch den berühmten Chimborazo, auf dem ein Freund von mir vor 20 Jahren vom Blitz erschlagen wurde. So irre ich denn in dieser Sch....stadt herum und versuche meine entwendeten Gegenstände wieder zu ersetzen. Zum Ärger kommt dann noch, dass die einzige Eisenbahn in Ecuador, die ich am Sonntag nehmen wollte schon ausgebucht ist. So werde ich mich wahrscheinlich sehr bald wieder Richtung Kolumbien auf den Weg machen. Wieso soll ich in diesem Scheissland noch länger bleiben, wenn ich mich in Kolumbien unter so tollen Leuten so wohl fühle ??? Zusätzlich freue ich mich natürlich, dass ich bald meine beiden Pullover wieder tief im Rucksack verstauen kann.

Otavalo - Pasto, 18. - 20. Januar
Frustriert und genervt mache ich mich wieder auf Richtung Kolumbien ! Wie gebannt starre ich während der ganzen Fahrt auf meinen Rucksack. Glücklicherweise geht diesmal alles gut und so fahre ich nach einem Zwischenstop in Otavalo am nächsten Tag nach Kolumbien ! Den Ecuador Reiseführer lasse ich gleich im Hotel liegen, denn zurückkehren werde ich so schnell nicht mehr. So bin ich nach 2 Bustrips auch schon bald in Tulcan, dem letzten Kaff vor der Grenze. Typisch ist natürlich, dass es hier nicht mal einen Transport vom Terminal an die Grenze gibt. So muss ich mit dem lausigen Stadtbus irgendwohin ins Zentrum fahren, wo diese Kleinbusse warten, die mich an die Grenze fahren. An der Grenze geht es diesmal wesentlich schneller und so bin ich nach 15 Minuten bereits im Kleinbus zum Busterminal auf der kolumbianischen Seite ! Gleich geht es mir besser, so dünkt es mich zumindest: Die Leute sind wieder freundlich und lächeln mich an und man geht einfach anders miteinander um als bei diesen ..... ! Der Terminal ist viel besser organisiert, die Busse besser, einfach alles eine Klasse besser als im südlichen Nachbarland. Da fällt es bei mir auch nicht ins Gewicht, dass wir wegen einer Reifenpanne einen ungeplanten Aufenthalt von fast einer Stunde in dieser wundervollen Berglandschaft auf fast 3000 m haben. Und dann noch dies für die Männer: Was man in Kolumbien in knapp 2 Minuten sieht, dafür haben bei mir 11 Tage in Ecuador nicht gereicht ! Wahrscheinlich reicht auch das ganze Leben nicht....
Pasto selbst ist ein schönes und gepflegtes Städtchen, allerdings weiss ich beim besten Willen wiederum nicht, was ich hier für den Blog fotografieren soll. Zusätzlich ist es immer noch markant zu kalt für mich, selbst am Tag brauche ich den Pullover ! So trete ich nach einem Ruhetag voller Vorfreude die Reise ins warme Cali an.



1-2: Bogota
3: Medellin
4-5: Manizales
6: Popayan
7: Unterwegs
8: Carnaval in Pasto
9: Grenze zu Ecuador
10: Otavalo
11: Quito
12-14: Rucu Pichinca
15-18: Ausflug zum Quilotoa Vulkan

08 December 2009

26. Herbst / Autumn 2009

Nach meiner Rückkehr aus der Schweiz Mitte August habe ich mich erstmals in Manila erholt, speziell auch vom anstrengenden, aber im Rückblick einmaligen Jakobsweg, der mich jeden Tag in ein anderes Bett gebracht hat. So hatte ich erstmals überhaupt keine Lust wieder auf Reisen zu gehen. Stattdessen blieb ich eine Zeitlang in Manila und erfreute mich an den angenehmen Temperaturen. Je länger ich auch den Jakobsweg verdaut habe desto mehr kam das Bedürfnis auf, in Zukunft wieder einmal auf diesem Weg zu wandern, wiederum nur als Ganzes von der Schweiz bis nach Spanien. In den nächsten Jahren habe ich aber noch einige andere Reisebedürfnisse, so dass ich vermutlich erst nach meinem 50. Geburtstag wieder dieses einmalige Erlebnis unter die Füsse nehmen werde.

Meine erste kleine Reise führte mich diesmal wieder nach Malaysia, das mich das letzte Mal richtig umfassend beeindruckt hatte. Diesmals stieg ich in den Flieger nach Kota Kinabalu, das in Borneo liegt. Leider habe ich es aber wegen den umfassenden kulinarischen Vergnügungen verpasst, die für Borneo so berühmten Orang Utans zu sehen, dafür gabs Fische und Muscheln direkt aus dem Aquarium (siehe Foto). Das Essen war so gut, dass mir zum Teil fast die Tränen kamen, nicht nur wegen der rassigen Sauce...

Einen weiteren Ausflug unternahm ich auf die Insel Cebu, die mitten in den Philippinen liegt und habe dort die beiden Touristenplätze Malapascua Island (siehe Foto), eine paradiesische kleine Insel, sowie Moalboal, ein Tauchparadies, besucht.

Nach einem weiteren 2 wöchigen Aufenthalt auf der Insel Mindoro und dem Besuch vieler Freunde (sowie dem zweifelhaften Vergnügen der ersten Schiesserei in den Philippinen, bei der ich Augenzeuge war, wohlgemerkt ausgelöst vom betrunkenen Polizeichef der nächstgrösseren Stadt) musste ich mich schon bald einmal auf meine nächste längere Auslandreise vorbereiten:







1: fresh Seafood in Kota Kinabalu
2, 3: unerwarteter Gast bei der Strandwanderung
4: Ziel für 2010: Der Mount Kinabalu (4095 m)
5-8: Paradise Island in den Philippinen (Malapascua Island nördlich von Cebu)



After my return from Switzerland mid August I first recovered in Manila, especially from the retrospectively strenuous, but unique way of St. James which brought me in a new bed every day. So I was not keen on travelling at all. Instead, I stayed in Manila for a while and enjoyed the nice temperatures. The more I have digested the way of St. James the more I became the need to walk again on this way in the future, again the whole way from Switzerland down to Spain. In the next years I still have some other travel needs so that I will take this unique experience after my 50th birthday under my feet.

My first small trip went again to Malaysia which entirely impressed me. This time I have taken the plane to Kota Kinabalu on Borneo. Due to extensive culinarical pleasures I unfortunately missed to see the famous Orang Utans but therefore I had fish and clams directly out of the aquarium (see pictures). The food was so good that sometimes I almost cried, not only due to the spicy sauce….

Another trip brought me to the island of Cebu in the middle of the Philippines and have visited the two tourist places Malapascua Island (see pictures), a paradise island and Moalboal, a divers paradise.

After another 2 weeks trip to the island of Mindoro where I have visited a lot of friends ( and the dubious pleasure of eyewitnessing a shooting, nota bene started by the drunken head of police of the town close by) I soon had to prepare for the next big trip abroad:

Mid December, I am going to Colombia and Ecuador for 3 months. I am looking forward to two countries offering all vegetation zones from beach to jungle, from plateau to high mountains and I am also looking forward to fun-loving, extroverted, music loving and open people, a real contrast to my usual environement here in Asia. Because I have already prepared myself being eyewitness in a shooting, I hope that the contrast to these countries will not be too big… So I hope that nobody will keep me against my will and I will be happy to report in this blog by the end of march 2010.

I am left with wishing you happy and peaceful festive days and to hope that in the new year in Switzerland there will also be a few sunny days besides the well known foggy days !

Markus

23 September 2009

25. Mein Sommer / My summer 2009

Nach meiner Rückkehr aus Myanmar und Thailand Mitte Februar habe ich mich in Manila zuerst einmal von der Reiserei erholt und mir neben 2 klassischen Konzerten etwas für die Philippinen sehr seltenes gegönnt, nämlich ein Besuch einer internationalen Rockband. Endlich wieder mal richtige Musik und nicht die hier so beliebte Schmuse- und Heulsusenmusik auf einem bedenklich tiefen Karaoke Niveau frei nach dem Motto “Heulen mit Wölfen, Lektion 1“, sondern ein Konzert von Journey, die schon seit den siebziger Jahren bekannt sind. Wie kommt denn das ? Wieso macht diese Band Station in Manila ? Grund: Der neue Sänger ist Filipino. Und so besuchten tausende von Filipinos dieses Konzert, hatten aber primär bei den ruhigeren Songs ihre Freude und ihre Handys am Laufen. So heisst es denn hier auch nicht “hands up“ sondern “handys up“. Nichtdestotrotz, es war toll richtige Musik live zu hören. Typisch für dieses Land fand das Konzert auf einem riesigen Parkplatz neben einem Shopping Center statt (direkt am Meer...) und am Anfang des Konzertes gab es nicht Musik zum Aufwärmen, sondern Werbung der unendlich vielen Partner dieses Konzertes. Die Sitzplätze direkt an der Bühne kosteten happige 200 USD, so dass ich in der vordersten Stehplatzreihe wohl 150 Meter von der Bühne weg war. So ist das halt hier, selbst ein Rockkonzert mit einem Filipino ist ein gesellschaftliches Ereignis...

Zusätzlich habe ich mir noch 2 Wochen Ferien direkt am Strand auf einer Nachbarinsel gegönnt, habe viele meiner Freunde dort wieder besucht und mich mental auf meine nächste Herausforderung vorbereitet:

Ende April flog ich in die Schweiz und machte mich auf den Jakobsweg, einen katholischen Pilgerweg, der mich von Einsiedeln durch die ganze Schweiz nach Genf, durch ganz Frankreich an die spanische Grenze und dann quer durch Spanien nach Santiago de Compostela geführt hat. Gemäss Planung genau 2213 km, die ich in 70 Tagen bewältigt habe.

Da der Bericht über den Jakobsweg etwas grösser als erwartet wurde, habe ich auch einen eigenen Blog daraus gemacht. Wenn Du auf den Link clickst, kommst Du automatisch drauf:

http://markus-jakobsweg.blogspot.com/





After my return from Myanmar and Thailand to Manila mid February, I have mainly recovered from my trip and have enjoyed besides two classical concerts something very rare for the Philippines, means the show of an international rock band. Finally real music and not the very popular babble and sniveler music on an alarmingly deep level according to the motto “howling with wolves, lesson 1”, but a concert of Journey, well known since the Seventies. How comes ? Why does this band stops in Manila ? Reason: The new singer is a Filipino. And so thousands of Filipinos were attending this concert, but primarly enjoyed the smoother songs and were running their handys. So you don’t call it “hands up“ but “handys up“. Nevertheless, it was great to hear live music. Typically for this country, the concert did take place on a huge parking area besides a shopping center (directly at the sea….) and in the beginning of the concert there was not music but advertisment of the endless partners of this concert. The seats directly at the stage were a hefty 200 USD so that in the first standing area row, I was about 150 m away from the stage. But that’s the way here where even a rock concert with a filipino is a social event…

Additionally, I enjoyed 2 weeks of vacation on a neighbouring island directly at the beach, where I was visiting many of my friends and where I mentally prepared for my next challenge:

End of April I flew to Switzerland and went on the way of St. James, a catholic pilgrimage path, which brought me from Einsiedeln across whole Switzerland to Geneva, across whole of France to the spanish border and and across Spain until Santiago de Compostela. According to planning exactly 2213 km, which I have accomplished in exactly 70 days.

Because the report of the way of St. James got bigger than expected, I have made an own blog out of it. When you click on the link, you will arrive automatically on my page, but unfortunately only in german.

http://markus-jakobsweg.blogspot.com/

12 February 2009

24. Thailand 2


23.1. Nakhon Ratchasima - Pattaya
Heute geht es per Bus in diese berüchtigte Stadt, die ich vor so vielen Jahren das letzte Mal gesehen habe und ich in der Zwischenzeit so viel gehört habe von Veränderungen. Mein Hotel wird direkt am Meer sein und ich freue mich, dieses nach so langer Zeit (mehr als 1 Monat) wieder zu sehen, auch wenn ich die nicht ganz so gute Wasserqualität kenne. Zum Seeluft schnuppern reicht es auf alle Fälle. Dieses Mal reise ich noch komfortabler im 2-stöckigen VIP-Bus und die Reise führt mich südwärts ins berühmt-berüchtigte Pattaya.
Mein ehemals schönes und freundliches Hotel hat sich leider zu meinen Ungunsten verändert, so dass ich gezwungen bin, mir eine andere Bleibe zu suchen. Dafür was für eine: Für einen besseren Preis Meersicht vom Bett aus !!! Reiseherz was wilst du mehr ??? Nichts !!! Dazu ist das Zimmer noch grösser und der Pool hat ebenfalls Meersicht.
Am Abend noch eine erfreuliche Überraschung: Seit 5 Wochen erstmals wieder ein warmer Abend. Selbst in Bangkok musste ich wegen einer Kaltfront von China her am Abend mit dem Pullover weg.

24.1. - 27.1. Pattaya
Seit meinem letzten Besuch vor 7 Jahren ist es auch hier einiges geschäftiger geworden und vor allem hat es sich in Richtung Pattayagrad enwickelt durch den Besuch von vor allem jungen russischen Pärchen. Was die hier allerdings finden am offiziellen Werbespruch "amazing Thailand" weiss ich jedenfalls auch nicht. Für einige Tage jedoch nach all den Herausforderungen und Schwierigkeiten in Myanmar genau das Richtige für mich. Jedoch nicht das was ihr jetzt denkt, denn das Vergnügen für mich hört früher auf als ihr denkt. Es ist hier sehr international und kunterbunt, während 24 Stunden am Tag aktiv und durch dieses tolle Hotel noch besser (den Namen gibt es nur auf Anfrage). Am Tage schaue ich mir einige Immobilien an, diskutiere die Visasituation, besuche benachbarte Strände und arbeite an einer valablen Alternative zu den Philippinen. Wenn ich die bessere Luft sehe, die Möglichkeit in einem schönen Haus zu wohnen, die Nähe zu Meer und Flughafen sowie den unendlichen vielen Angeboten die eine so grosse Expatcommunity zu bieten hat, dann wird es mir schon beinahe etwas wehmütig zumute. Nun ja es soll ja ein Reisebericht werden. Wer mehr über die Lebenssituation in den beiden Ländern wissen will soll mir halt schreiben.
28.1. Pattaya - Bangkok
Heute verlasse ich Pattaya wieder und zwar relativ unüblich nicht mit dem Bus sondern mit dem Zug. Das erspart mir in Bangkok, mit dem Gepäck durch die ganze Stadt zu reisen, da ich am Abend bereits schon den Zug in Richtung Süden, nach Surat Thani besteigen werde.
Der Zug ist eigentlich gar nicht so eine gute Idee gewesen, den mit der Verspätung bleibt nur noch knapp eine Stunde übrig, bis mein Zug nach Surat Thani abfahren soll. Zusätzlich sind beim Wagen zur Kühlung nur alle Fenster geöffnet, so dass ich nach vollen 4 Stunden in Bangkok ziemlich verschwitzt und verstaubt angekomme.
Die Nacht im Schlafwagen koreanischer Bauart verläuft dann sehr gemütlich und komfortabel, kein Vergleich zu der hüpfenden Fahrt in diesen engen Dingern wie in Myanmar. Sogar das Bier wird ans Bett serviert. Das einzige Manko ist das Licht, das die ganze Nacht brennt und mir dank der Wahl zum oberen Bett direkt ins Gesicht scheint, falls ich mich nicht entsprechend falte.

29.1. Bangkok - Ko Samui
Beim Aussteigen aus dem Zug in Surat Thani hat es mich dann wieder voll erwischt: Der ganze Perron und der Bus war voll mit Touristen, die offensichtlich alle dasselbe wollen. Da schwahnt mir ja Schlimmes ! Neben mich im Bus hat sich ein Deutscher hingesellt, der sich als erfahrener Weltenreisender präsentiert, es sich dann aber rausstellt, dass er in seinem einzigen Urlaub im Jahr wieder ins gleiche Resort fährt wie letztes Jahr. Tja....
Die Überfahrt von der Küste nach Ko Samui geht dann mit einer angenehmen Fähre und ich bin in hoffnungsvoller Erwartung, dass sich der von mir erwählte Küstenabschnitt als für mich noch akzeptabel herausstellt und mir eine Bleibe für eine Woche ermöglichen kann.

30.1. - 3.2. Ko Samui
Chaweng Beach in Ko Samui - ein ca. 4 km langer, schmaler Strand mit schönem Sand und noch viel schöneren Touristen. Nun weiss ich wenigstens wieder was angesagt ist bei den Parties in Europa ! Auf keinen Fall fehlen darf das ultracoole Tattoo mit irgend so einem pseudoexotischen Muster. Weiter dazu gehört die schicke Sonnenbrille (juhee wenigstens diese Marke hab ich auch) und dieser einfach lässige Gang und ein Blick, als ob sämtliche Gesichtsmuskeln einzeln auf Eis gelegt worden sind. Positiv für mich ist, dass die Strasse konsequent etwa 200 m vom Strand entfernt ist so dass dieses Tongemisch, das man heute als Chill Out Musik benennt, in reiner Form über den Strand dröhnen kann und das Übergewicht der makellos eingeölten und gebräunten Körper in rythmische Schwingungen gerät gerade richtig, dass man oh ja nicht ins Schwitzen gerät.
An einem anderen Tag fahre ich mit dem Motorrad um die Insel (nach 50 km ist der Spass vorbei) und muss feststellen, dass es wirklich nirgends wirklich klares Wasser gibt, im Gegenteil, das Wasser am grössten Strand, der Chaweng Beach, dünkt mich sogar ziemlich verschmutzt. Eigentlich etwas wenig für einen teuren Traumurlaub, den man sich aus zeitlichen Gründen nur einmal im Jahr leisten kann.
Nach 4 Tagen beschliesse ich, die nächste Insel, Ko Pha Ngan, zu besuchen und so dampft man im Boot, wohlgesellt mit 200 anderen Individualreisenden (haha), der Insel zu.

3.2. - 7.2. Ko Pha Ngan
Bekannt als Insel, auf der einmal pro Monat die Vollmondparty, eine Technoparty am Strand, stattfindet, quartiere ich mich in einem super Bungalow ein, das auf einem Hügel liegt, und von dem man sowohl vom Bett als auch von der Hängematte auf dem Balkon das Meer sieht. Einfach traumhaft ! Eine weitere Alternative besteht darin, nach dem Morgenessen an den Pool zu liegen und vom Liegestuhl aus das Meer sowie einen Teil der Insel zu bestaunen. Nach einer Ausfahrt mit dem Motorrad, die nach einer Schlaufe von ca. 40 km beendet ist habe ich auch hier wieder einen guten Eindruck bekommen: Wenn man einsame Strände sucht und unverbaute Buchten ist man hier auf jeden Fall falsch. Was es in den Philippinen bis auf eine Ausnahme auf jeder Insel gibt ist hier Fehlanzeige, denn jedes noch so kleine Fleckchen Strand oder Meersicht ist hier verbaut und touristisch genutzt. So ist man auf dieser Insel wie im ganzen Süden Thailands in einer Tourismusmaschinerie eingebettet, der man sich nur schwer entziehen kann. Zugegeben sind die Buchten idyllisch, jedoch ist auch hier das Wasser nicht so sauber wie man es erwarten könnte. Auf jeden Fall scheint das die vergnügungsüchtigen Jugendlichen aus der ganzen Welt nicht zu stören, denn dank den täglich stattfindenden Parties kriegen die höchstens von der Wasserqualität ihrer Dusche etwas mit.
Schön während meinem Aufenthalt hier war ein Zusammentreffen mit William, meinem Reisekollegen von Myanmar, der hier 3 Wochen lang die thailändische Kampfsportart Muay Thai lernt und ich mich bei meinem Trainingsbesuch im Stadium überzeugen kann, dass es ganz schön zur Sache geht.

7.2. Ko Pha Ngan - Krabi

Dank einer in der Nähe stattfindenden Technoparty war es mir in der letzten Nacht auf dieser Insel leider bis um 5 Uhr morgens vergönnt, einen geruhsamen Schlaf zu finden. So war ich entsprechend froh, dass der Wecker schon eine halbe Stunde später läutet und ich mich für die Reise nach Krabi bereit machen muss. Krabi liegt nicht wie die beiden vorher besuchten Inseln im Golf von Thailand, sondern in der Andaman See und wenn ich noch den letzten Tauchgang vor ein paar Jahren vor mir sehe, sollte mich hier besseres erwarten.

8.2. - 12.2. Railay
Endlich in Railay angekommen, einem nur mit dem Boot von Krabi zu erreichenden Küstenabschnitt, bin ich echt erstaunt über die tolle Karstlandschaft mit schroffen, senkrecht abfallenden Felsen mit teilweise beeindruckenden Stalaktiten. Bei Sportkletterern weltweit offensichtlich ein Begriff, tummeln sich hier die Cracks und tanzen in den senkrechten und überhängenden Felsen herum. Auch der Autor muss natürlich auch ran. Also schnell einen lokalen, ziemlich ausgeflippten Thai-Rasta Führer buchen und für einen halben Tag rein in die Senkrechte an wirklich tollen griffigen Kalkfelsen empor. Doch schnell lässt die Kraft in den Unterarmen nach und macht mir klar, dass die letzte Klettertour leider schon einige Jahre her ist und man wirklich nicht mehr 20 ist...... So bin ich froh, dass der halbe Tag bald um ist und ich den Nachmittag zum Ausruhen für mich habe. Railay besteht eigentlich aus vier kleinen Stränden, die untereinander bequem zu Fuss zu besuchen sind. Leider ist an drei Stränden die Anzahl der höhergepreisten Resorts in der Überzahl, so dass sich eigentlich nur ein Strand dafür eignet, für mich ein angemessenes Plätzchen zu finden. Inmitten dieser grandiosen Karstfelsen ein wirklich beeindruckender Ort um seine Ferien zu verbringen, gerade da es zu Phi Phi Island nicht weit ist und ich so auch mal für einen Tag zum Tauchen gefahren bin.

12.2. - 13.2. Railay-Bangkok-Manila
Mein Urlaub geht dem Ende zu und die letzte Etappe geht nochmals mit dem Nachtzug zurück nach Bangkok und dann nach einer kurzen Erfrischung im tadellosen Bahnhof per Taxi zum Flughafen und dann ab nach Hause in die Philippinen.



1-2: Aussicht aus dem Hotel in Pattaya / view out of the hotel in Pattaya
3-4: Pattaya by night
5-6: Ko Samui
7: Aussicht aus dem Hotel in
Ko Pha Nghan / view out of the hotel in Ko Pha Nghan
8: Vollmondparty Strand in Ko Pha Nghan / fullmoon party beach in Ko Pha Nghan
9-14: Railay


23.1. Nakhon Ratchasima - Pattaya
Today I go by bus to this infamous city which I have seen last many years ago and I have heard so many things about changes. My hotel will be directly at the sea side and I am looking forward that after such a long time (1 month) I will be able to see the sea again even when I know the moderate the water quality. Good enough anyway to taste the sea breeze. This time I am travelling even more comfortable in a 2 floor VIP bus and the journey brings me south to notorious Pattaya.
My formerly nice and friendly hotel unfortunately changed to my disadvantage so that I am forced to search for another place. But what kind of: For a better price sea view directly out of my bed !!! Travelers heart what you want more ??? Nothing !!! Additionally the room is bigger and the pool has sea view as well.
In the evening an enjoyable surprise: After 5 weeks the first warm evening. Even in Bangkok I had to wear my sweater in the evening due to a cold front coming from China.

24.1. - 27.1. Pattaya
After my last visit 7 years ago, it has become much busier and above all it has developped towards Pattayagrad mainly due to visits from young russian couples. But I am not sure what they find about the official slogan ”amazing Thailand”. Anyway after all the challenges and difficulties in Myanmar exactly right for me. But not what you are thinking now because amusement stops earlier for me than what you might think. It is very international and motley, active during 24 hours a day and even better due to this great hotel (ask me for the name). During daytime I am searching for houses, discuss the visa situation, visit neighbouring beaches and work on an eligible alternative to the Philippines. When I see the better air quality, the possibility to live in a nice house, the closeness to the sea and the airport and the endless possibilities offered by this huge expat community then I really become a bit melancholic. Well I should write a travel report. When you want to know more about living conditions in these two countries just write me.

28.1. Pattaya - Bangkok
Today I am leaving Pattaya relatively unusual by train and not by bus. This means that in Bangkok I don’t have to travel with my baggage across the whole city since I am going to take the train again in the evening towards Surat Thani in the south.
In fact the train has not been such a good idea beause including delay I only have one hour until my train departs to Surat Thani. Additionally the waggon only has open windows for cooling so after 4 hours I arrive in Bangkok pretty sweaty and dusty.
The night in the sleeper korean style is very cozy and comfortable, no comparison to these jumping ride in these narrow waggons like in Myanmar. They even serve beer directly to the bed. The only disadvantage is the light switched on the whole night and shining me directly into my face if I do not fold myself properly.

29.1. Bangkok - Ko Samui
After arrival in Surat Thani I was shocked: The whole platform and the bus full of tourists obviously all wanting to do the same. I am expecting bad things. In the bus besides me sits a german guy presenting himself as experienced world traveler but it turns out that in his only vacation per year he is simply travelling to the same resort as last year. Well….
The passage from the coast to Ko Samui is in a comfortable ferry and my expectations are promising that the strip of coast I selected is acceptable for me and enables me to stay for a week.

30.1. - Di. 3.2. Ko Samui
Chaweng Beach in Ko Samui – a strip of an approximately 4 km long and narrow beach with beautiful sand and even more beautiful tourists. Now I know at least what is hip in the parties in Europe. Definitivley not be missed is an ultra-cool tattoo with a pseudo exotic pattern. Further belongs to it a pair of nice sunglasses (yeah I even have this brand) and this cool motion and a gaze as if all face muscles have been put on ice. Positive for me is that the road is consequently about 200 meters away from the beach so that this tone mix named as chill out music can buzz in pure form over the beach allowing the overweight of the perfectly oiled and tanned bodies to get in rythmical oscillations just right not to become sweaty.
On another day I am driving by motorcylce around the island (after 50 km the pleasure is gone) and I have to discover that there is nowhere really clean water in contrary, the water at the biggest beach, Chaweng Beach, seems to me quite dirty. Actually quite sparse for a dream vacation they can only afford once per year due to time constraints. After 4 days I decide to visit the next island, Ko Pha Ngan, and so I steam with 200 other individual tourists (haha) towards this island.

3.2. - 7.2. Ko Pha Ngan
Known as the island where there is a monthly full moon party, a techno party at the beach, I accomodated myself in a great bungalow on a hill, where I do see the sea either from my bed or the hammock. A dream ! A further alternative consists of laying at the pool after breakfast and to gaze at the sea and another part of the island. After a motorbike trip ending after a loop of 40 kilometers I got quite a good impression: When you look for lonely beaches and unspoilt bays you are wrong here. What you can still find in the Philippines except on one island is not existing here, meaning that each single square meter of beach or sea view is used for touristic purposes. So here in the south of Thailand you are embedded in a tourism machinery you can hardly escape. In any case it does not seem to bother the pleasure addicted adolescents from the whole world and thanks to the daily parties they will see the water quality mainly while taking a shower.
It was nice to see my friend William again who I met in Myanmar and who is training the local martial arts Muay Thai and I can convince myself when I visited a training session in the stadium that it is quite a serious sport.

7.2. Ko Pha Ngan - Krabi
Thanks to a techno party close by it was not granted to me to sleep last night until 5 in the morning., So I was quite happy that my alarm clock is ringing half an hour later and I have to prepare for my trip to Krabi. Krabi is not situated like the two islands before in the Gulf of Thailand but in the Andaman Sea and when I still see my last dive a few years ago then I should definitively experience better things.

8.2. - 12.2. Railay
Finally in Railay, a strip of coast only to be reached by boat, I was astonished by the great carst landscape full of cliffy vertical rocks with partly impressive stalagtites. Obviously a well known name for sport climbers around the world, here are the cracks and dancing in the vertical and overhanging rocks. The author as well has to try it. So I quickly book a freaked out Rasta thai guide and for half a day into the vertical climbing on great and non slipping limestone. But my power soon fades away and make me realizing that my last climbing tour is already years away and I am really not 20 anymore….. So I am happy that half a day is over soon and I have the afternoon for relaxing. Railay consists of four small beaches easily to be visited on foot. Unfortunately the number of higher priced resorts is in the majority on three beaches so that only one beach allows me to find a nice place. In the midst of these karst rocks an impressive place to spend his vacation. Phi Phi Island is not far and one day I spend for diving as well.
12.2. - 13.2. Railay-Bangkok-Manila
My vacations are coming to an end and the last stage goes back to Bangkok by night train and after a few refreshments in this flawless train station to the airport by taxi and then back home to the Philippines.